Donnerstag, 29. Januar 2015

All of me

Titel: All of me
Länge: 1.278 Wörter
Genre: Songfic, One Shot, Fluff
Serie: Fairy Tail
Pairing: Gajeel Redfox x Levy McGarden

Heute gibt es mal wieder ein bisschen Lesefutter von mir! Mit dem Hammer, den das neue Kapitel gestern hat fallen lassen, ging es ja gar nicht anders, als inspiriert zu werden.

Übrigens hatte ich schon länger vor, eine Songfic zu diesem Lied zu schreiben und auch an der Thematik hat sich im Vergleich zu meinen ursprünglichen Notizen nicht viel verändert. Nur passte eine Stelle im Lied nach dem neuen Kapitel noch besser - da musste ich heute einfach meine Ideen aufschreiben!

Fanart von rusky boz
Wie bei einer Songfic üblich, hat man am meisten von der Story, wenn man im Hintergrund das Lied laufen lässt. Hier findet ihr ein Youtube-Video mit dem wundervollen Song von John Legend. Also die Lautsprecher aufdrehen, Musik an und drauf los gelesen!




Ein Jahr.

Ein Jahr war es jetzt schon her, dass sie beide diesen Schritt gewagt hatten. Seit einem Jahr waren sie ein Paar. War das denn zu fassen? Noch war es Nacht und die Dunkelheit lag über ihnen wie eine schützende Decke, unter der alles zu einer Masse verschwamm. Aber wenn die Sonne sich erheben und Klarheit ins Dunkel bringen würde, dann war er da. Der erste Jahrestag.

Gajeel beobachtete Levy mit müden Augen. Sie lag seelenruhig neben ihm, atmete gleichmäßig und gluckste manchmal im Schlaf, als hätte man ihr im Traum gerade einen Witz erzählt. Gajeel hatte sie nie darauf angesprochen, dass sie das tat. Diesen Teil von ihr wollte er für sich behalten. Sein eigenes kleines Geheimnis, in der Dunkelheit offenbart und dort sicher verwahrt.

What would I do without your smart mouth
Drawing me in and you kicking me out?
Got my head spinning, no kidding
I can't pin you down
What's going on in that beautiful mind?
I'm on your magical mystery ride
And I'm so dizzy, don't know what hit me
But I'll be alright

Sanft strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und legte sie hinter ihrem Ohr ab. Als seine Finger ihre Haut berührten, durchfuhr ihn ein wohliger Schauer. Er selbst hatte raue Haut, war übersät von Narben und schlecht verheilten Wunden. Aber sie... ihre Haut war weich, so zart, dass er jedes Mal Angst hatte, sie würde unter dem Druck nachgeben, wenn er sie berührte. Und doch konnte er nicht anders, wollte nicht aufhören sie zu berühren, nachdem er erst einmal von dieser süßen Frucht genascht hatte.

Er wünschte sich manchmal, ihre Gedanken lesen zu können. Sie konnte ihn lesen wie eines ihrer Bücher, wusste immer, was sie sagen musste, wenn er ein Problem hatte, oder wann sie schweigen musste, wenn er nicht reden wollte. Wenn er einfach nur das Wissen brauchte, dass sie bei ihm war. Aber er hatte keine Ahnung, was in ihrem Kopf so vor sich ging. Immer, wenn sie kleinere Streitereien hatten, dann musste ihm Lily erst erklären, was er diesmal falsch gemacht hatte. Kaum zu glauben, dass er, der Kurogane, sich einmal für etwas entschuldigen würde.

Aber für sie?
Immer.

My head's underwater
But I'm breathing fine
You're crazy and I'm outta my mind


Gajeel dachte daran, wie das alles begonnen hatte. Sie hatten gegen Tartaros gekämpft und es sah schlecht um ihn aus. Gegen die Übermacht von Torafusa und seinem Tenchi Kaimei schien er chancenlos. Aber Levy... Levy hatte ihre letzte Luft geopfert, um ihn zu retten. Sie war das Licht, das die Dunkelheit vertrieben und sein Leben gerettet hatte.

Nach dem Kampf hatte er sie beschimpft, hatte ihr vorgeworfen, wie verrückt sie doch war, dass sie nie wieder so etwas Unüberlegtes tun sollte... Aber am Ende hatte er sie einfach nur noch an sich gedrückt und war dankbar. Dankbar dafür, dass sie ihm das Leben gerettet hatte, und dankbar dafür, dass er sich bei ihr revanchieren konnte, indem er ihr und all den anderen ebenfalls das Leben rettete.

Cause all of me loves all of you
Love your curves and all your edges
All your perfect imperfections
Give your all to me, I'll give my all to you
You're my end and my beginning
Even when I lose, I'm winning
Cause I give you all of me
And you give me all of you, oh


Gajeel fuhr mit dem Zeigefinger über Levys Seite und entlockte der schlafenden Magierin ein kleines Kichern, als er eine besonders kitzlige Stelle traf. Sein Finger wanderte weiter, ihre komplette Seite entlang, hüpfte irgendwann auf ihren Arm über, tänzelte diesen entlang bis zu ihrer Schulter hoch, wo er einen kleinen Kreis drehte und dann bei ihrem Gesicht Halt machte. Da wurde der Zeigefinger vom Daumen abgelöst, der sanft über Levys Wange strich, was ihr ein weiteres Kichern entlockte.

Was hatte er doch nur für ein Glück... er hatte wohl die perfekte Frau zur Freundin. Er, der immer allein sein wollte und Menschen lieber gemieden hatte, als sich mit ihnen einzulassen, hatte nun all das Glück der Welt in dieser einen Person gefunden. Und egal, was auch kommen mochte, er würde Alles dafür geben, dass es dabei blieb.

How many times do I have to tell you
Even when you're crying, you're beautiful too?
The world is beating you down
I'm around through every move
You're my downfall, you're my muse
My worst distraction, my rhythm and blues
Can't stop singing, this ringing in my head for you


Wie oft hatte er ihr sagen müssen, dass sie perfekt war, wie sie war? Sie hatte immer darauf bestanden, dass sie sich beweisen musste. Wo sie schon auf Tenroujima keine S-Klasse-Magierin geworden war, dann musste sie nun unter Beweis stellen, dass auch sie für die Gilde von Nutzen war.

Wie oft hatte er ihr gesagt, dass es die Gilde ohne ihre Hilfe gar nicht mehr geben würde? Dass sie geholfen hatte, den Kampf gegen die Dämonen von Tartaros zu ihren Gunsten zu entscheiden?

Einmal war er sogar richtig wütend geworden. Wie konnte sie, die so perfekt war, die für ihn alles war, sich selbst nur so klein machen? Wieso konnte ihr seine Liebe nicht genug sein? Warum durfte er nicht stark für sie beide sein, so wie sie auch stark war, wenn er einmal Schwäche zeigte?

Cards on the table
We're both showing hearts
Risking it all though it's hard


Nie hätte er gedacht, dass es noch einmal jemanden in seinem Leben geben würde, dem er sich so offenbaren würde. Nachdem er von Metallicana verlassen worden war, hatte er nicht mehr daran geglaubt, dass die Beziehungen zu anderen etwas wert waren. Und auch, wenn er bei Fairy Tail die Freundschaft zu seinen Kameraden schätzte... sie waren eben doch nur Freunde. Selbst Lily, der eine lange Zeit lang sein engster Vertrauter war, wusste nicht alles von ihm.

Aber Levy?
Ihr vertraute er alles an. So schwer es auch war, über die Dinge zu reden, die ihm Sorgen bereiteten; über die Ängste, die ihn manchmal nachts wach hielten – es gab keine Geheimnisse zwischen ihnen. Ihre Herzen lagen in der Lücke, die sich zwischen ihnen auftat, wenn sie sich im Bett gegenüber lagen, so wie jetzt gerade. Und ihr gemeinsames Schlagen im Takt wurde immer zu einem einzigen Schlag, wenn einer von ihnen die Distanz überwand und ihre Lippen sich berührten.

Cause all of me loves all of you
Love your curves and all your edges
All your perfect imperfections
Give your all to me
I'll give my all to you
You're my end and my beginning
Even when I lose, I'm winning

Als Gajeel sich nun zu ihr hinüber beugte und ihr einen Kuss gab, wurde Levy langsam wach. Sie blinzelte den Schlaf aus ihren Augen und kniff diese noch einmal zusammen, als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster ihr Gesicht erreichten. Gajeel lächelte sanft. Levy wurde vom Licht der Sonne angeschienen und sah so herrlich zerzaust aus, so unperfekt, dass es einfach nur perfekt war. Er beugte sich noch einmal vor, sein Kopf trat zur ihr ins Licht und er küsste sie erst auf die Stirn und dann noch einmal auf den Mund, dieses Mal länger.

Cause I give you all of me
You give me all, all of you, oh
I give you all, all of me, yeah,
And you give me all, all of you, oh

Mhh... guten Morgen, Gajeel...“, murmelte Levy schlaftrunken, als er den Kuss nach einer gefühlten Ewigkeit beendete.

Guten Morgen, mein Licht“, gab Gajeel zurück und legte einen Arm um sie, um sie näher an sich heran zu holen. Ihre Herzen sollten Eins sein, in diesem Moment, der am liebsten ewig dauern sollte.

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