Länge: 1.876 Wörter
Genre: One Shot, Angst
Serie: Fairy Tail
Pairing: Natsu Dragneel x Lucy Heartfilia
Hui, mein letzter Post hier ist doch wirklich schon fünf Monate her. Ich war in der Zeit nicht ganz untätig, aber ich habe nichts geschrieben, von dem ich überzeugt genug wäre, um es hier hochzuladen. Doch das hat sich heute geändert!
Ich hatte eh schon vor, eine Kleinigkeit zur aktuellen Situation im Manga zu schreiben. Meine Freundin White hat mir dann mit einer kleinen Idee von ihr den nötigen Stups gegeben, damit ich wirklich was geschrieben kriege. Herausgekommen ist eine eher traurige NaLu-Story. Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es um ihre Wiedervereinigung nach einem Jahr der Trennung.
Achtung: Dieser One Shot spielt nach Kapitel 417 des Manga, wer nicht so weit gelesen hat und sich nicht spoilern will, der sollte nicht weiter lesen. Allen anderen wünsche ich viel Spaß! *stellt zur Sicherheit eine Box Taschentücher hin*
Ein Jahr war nun vergangen, seit Fairy
Tail aufgelöst wurde. Auch, wenn die Gilde nicht mehr existierte und
es kein Gildengebäude mehr gab, zu dem sie zurückkehren konnten, so
hatten die Mitglieder von Fairy Tail doch nicht ihre Kameradschaft
aufgegeben. Sie alle wussten, dass der Tag kommen würde, an dem sie
sich erneut Acnologia oder Zeref stellen mussten. Jeder, der beim
Kampf gegen Tartaros dabei war, hatte gesehen, wozu diese dunkle
Magie im Stande war, die diese Welt schon seit viel zu langer Zeit
heimsuchte. Und auch, wenn es im vergangenen Jahr ruhig war, so
musste man nicht in die Zukunft sehen können, um zu wissen, dass
diese Ruhe nur die berüchtigte Ruhe vor dem Sturm war...
Nach und nach waren einige der
Gildenmitglieder auf Reisen gegangen, um zu trainieren oder um sich
über ein paar Dinge klar zu werden. Gray und Juvia waren gegangen,
weil Gray das Vermächtnis seines Vaters einhalten und E.N.D.
vernichten wollte. Erza hatte sich auf die Suche nach sich selbst
begeben, nach den Geschehnissen mit Tartaros brauchte sie etwas
Abstand von allem, was sie an diese Dinge erinnerte. Gajeel war mit
Levy und Lily aufgebrochen, um stärker zu werden. Anfangs waren
Wendy und Charle mit ihnen gereist, weil Wendy und Gajeel über den
Verlust ihrer Drachen hinwegkommen mussten, doch hatten sich ihre
Wege nach einiger Zeit auch wieder getrennt. Und zu guter Letzt waren
Laxus und die Raijinshuu losgezogen, weil Laxus stark genug werden
wollte, um bei seiner Rückkehr ein neues Fairy Tail aufbauen zu
können.
Lucy hingegen... sie war in Magnolia
zurückgeblieben. Sie hatte sich eingeredet, dass einer in Magnolia
bleiben musste, falls jemand zurückkehrte und dann nur die Ruine der
Gilde vorfand. Wie oft hatte Lucy diese Ruine besucht... die Ruine
des Ortes, den sie ihr Zuhause genannt hatte. Der ihr mehr Zuhause
war, als es die eigene Heimat nach dem Tod ihrer Mutter je sein
konnte. Der Ort, an dem sie Freunde gefunden hatte, für die sie ihr
Leben geben würde. Und nun ist es nur noch ein Ort der Zerstörung.
Eine Ansammlung von Trümmern und Schutt, einige auf einen Haufen
zusammengeschoben, andere achtlos verteilt. Inzwischen waren Gräser
und Moos über die Steine gewachsen, die einst so stolze Statue einer
lächelnden Fee glich nun eher einem Grabstein, der inmitten der
Trümmer sein ewiges Lächeln trotz aller Trauer nicht ablegen
konnte.
In den ersten Tagen war sie so traurig
und so einsam, dass sie sich jeden Abend in den Schlaf geweint hat.
Einmal hat sie sich selbst dabei erwischt, wie sie, Aquarius'
zerstörten Schlüssel in der Hand, in den Trümmern der Gilde stand
und leise das Lied summte, das Mirajane immer gesungen hat. Ein Lied
über Freundschaft und die Gilde... ein Lied aus guten Tagen.
Doch die Tage wurden zu Wochen, die
Wochen zu Monaten und mit der Zeit wurde der Schmerz erträglicher,
die Qual in der Brust wurde zu einem dumpfen Pochen, die Tränen
wichen einem Lächeln, das jedoch nie ihre Augen erreichen konnte.
Manchmal, wenn in ihrer Wohnung ein Fenster klapperte oder die Tür
knatschte, dann bildete Lucy sich ein, dass einer ihrer Freunde
zurückgekehrt sei. Sie ließ dann immer alles stehen und liegen,
stolperte tropfnass aus dem Bad, wenn es sein musste – und wurde
doch enttäuscht, da es nur der Wind war, der durch die alten Mauern
heulte oder das Holz, das sich ausdehnte.
Nach 10 Monaten kehrten Wendy und
Charle zurück. Wendy wirkte deutlich reifer, war ein wenig gewachsen
und hatte, zu ihrem großen Stolz, sogar einen kleinen Busen
bekommen. Lucy verbrachte viele Abende damit, sich die Geschichten
ihrer Reise anzuhören. Ein paar Wochen später kehrten Laxus und die
Raijinshuu zurück, verschwanden aber gleich wieder, als Laxus
erfuhr, dass Makarov sich zurückgezogen hatte. Kurz darauf kehrten
Gajeel, Levy und Lily heim. Lucy begrüßte ihre Freundin mit einer
tränenreichen Umarmung, doch Gajeel und Lily machten sich kurz
darauf wieder in die Wälder nahe Magnolias auf, mit den Worten, sie
müssten nun „endlich mal richtig trainieren“, ohne die
Einmischung einer Frau. Es dauerte danach nicht mehr lange, bis auch
Gray und Juvia und nach ihnen Erza nach Magnolia zurückkehrten. Sie
alle hatten viel zu berichten und man merkte ihnen an, wie die Reisen
sie verändert hatten. Und auch, wenn nun endlich wieder viele ihrer
Freunde bei ihr waren, so war doch alles anders. Das Gildengebäude
war immer noch eine Ruine. Erza und Gray tauchten nicht einfach so
ungefragt in Lucys Wohnung auf, wie sie es früher getan hatten.
Niemand prügelte sich wegen einer Kleinigkeit oder fing grundlos
einen Kampf am, nur um des Kämpfens willen. Sie alle waren
verändert. Waren erwachsen geworden. Die Veränderungen, die ihr
Leid im Kampf gegen die Dämonen nicht hervorgerufen hatte, hatte nun
das letzte Jahr bewirkt.
Nur zwei Gildenmitglieder waren immer
noch unterwegs... Natsu und Happy.
Sie waren zuerst aufgebrochen, hatten
den Anstoß gegeben, dass nach und nach alle anderen gefolgt sind,
die in Magnolia keine Verpflichtungen hatten. Sie alle wollten Natsu
in Nichts nachstehen, wollten auch stärker werden, für das Wohl der
Gilde, aber auch um ihrer Selbst willen. Und sie alle waren nun
heimgekehrt, stärker, reifer. Sie alle... nur nicht Natsu.
Als Lucy eines Abends von einem Treffen
mit Levy nach Hause kam, merkte sie, dass die Tür zu ihrer Wohnung
leicht offen stand. Ihr Herz setzte einen Moment aus, doch zu oft
hatte sie sich schon falsche Hoffnungen gemacht, weshalb es sofort
wieder dem normalen Takt folgte. Sie öffnete die Tür, ließ ihre
Schlüssel auf die Kommode fallen, schloss die Tür hinter sich und
zog erschöpft Jacke und Schuhe aus. Danach trat sie in den
Wohnbereich und--
„Yo, Lucy! Lange nicht gesehen, was?“
Ihre Augen weiteten sich. Ihr Blut
geriet in Wallung. Der Herzschlag wurde schneller. Bumm. Bubumm.
Bubumm bubumm bubumm. Schneller, immer schneller schlug ihr Herz. Das
konnte nicht sein. Das war eine Einbildung. Eine Fata Morgana. Ein
Illusionszauber, mit dem sich jemand einen Scherz erlaubte. Einen
verdammt schlechten Scherz.
„Ich hab den Kuchen gegessen, der im
Kühlschrank war. Kauf nächstes Mal lieber besseren, der war nicht
so gut!“
Das war er. Unverkennbar. Das war keine
Illusion. Keine Fata Morgana, kein Zauber, kein gar nichts, das war
die Realität. Er saß dort, auf ihrer Couch, grinste, als wäre
nichts gewesen. Als wäre keine Zeit vergangen. Saß einfach da und
redete über Kuchen.
Natsu.
Schnellen Schrittes stapfte Lucy auf
die Couch zu. Sie ließ gar nicht zu, dass etwas zwischen sie und
Natsu kam, einen Stuhl, der im Weg stand, warf sie mit so einer Wucht
zur Seite, dass er gegen ihren Schreibtisch knallte und das Holz der
Lehne hörbar barst. Natsu schrak hoch und sprang auf, hielt beide
Arme entschuldigend vor sich und begann damit, sich dafür zu
entschuldigen, den Kuchen gegessen zu haben. Doch dann--
Klatsch.
Lucy hatte Natsu eine Ohrfeige gegeben,
die so laut geschallt hatte, dass man damit schlafende Riesen hätte
wecken können. Der Dragon Slayer starrte Lucy geschockt an, doch die
war so sauer, dass sie vor Wut zu kochen schien. Keine Freude über
das Wiedersehen zeichnete sich in diesem Gesicht ab, sondern nur der
pure, blanke Zorn.
„Du Idiot! Du verdammter Idiot!!“,
begann sie zu schreien.
„L-Lucy! Ganz ruhig! Ich kauf dir
auch neuen Kuchen und...“
„Kuchen? Denkst du, es geht mir um
den verdammten Kuchen?!“, sie redete sich mit jedem Wort immer mehr
in Rage, inzwischen brüllte sie schon förmlich, „Du bist einfach
abgehauen! Hast uns hier im Stich gelassen, wo wir dich am meisten
gebraucht hätten! Und du sagst nicht mal was, sondern schreibst nur
einen lächerlichen Brief?!“
Natsus Gesichtsausdruck wechselte
während ihrer Worte von Verständnis zu Wut. Er war nicht hierher
gekommen, um sich belehren zu lassen.
„Was hätte ich denn tun sollen? Hier
bleiben und beim nächsten Mal wieder hilflos zusehen müssen, wenn
jemand, der mir wichtig ist, stirbt?!“
Lucy schlug ihm mit der Faust gegen die
Brust, doch Natsu regte sich keinen Millimeter. Er blieb stur, sah
sie ernst an.
„Was weiß ich? Aber denkst du denn,
du alleine hättest diese Last zu tragen? Dass du alleine uns allen
beschützen musst?!“
„Wer soll es denn sonst tun?! Hä?!
Verrat mir das doch mal!!“
Die beiden schrien sich nur noch an, so
laut, dass man es noch auf der Straße vor dem Haus laut und deutlich
verstehen konnte.
„Weil du gegangen bist, sind es alle
anderen auch! Gray, Erza, sogar Wendy und Levy!“ Je mehr Namen sie
aufzählte, desto brüchiger wurde ihre Stimme. Als sie Levys Namen
nannte, war es schon mehr ein Krächzen. „Weißt du eigentlich...
weißt du eigentlich, wie allein ich war??“
Natsu wollte etwas sagen, doch dann
merkte er, dass Lucy Tränen über die Wangen liefen. Sie krallte
sich an seiner Weste fest und brachte die nächsten Worte nur noch
schluchzend hervor: „Du hättest mir etwas sagen sollen. Du hättest
mit mir reden sollen, bevor du gegangen bist. Wir hätten das doch
klären können. Wir...“
„Lucy...“, murmelte Natsu,
sämtliche Wut beim Anblick dieser weinenden, vor Trauer zitternden
Frau verflogen.
„Ich wäre doch mit dir gekommen...
egal, wie schlimm es auch gewesen wäre...“ Den letzten Teil fügte
sie nur flüsternd hinzu, ihre Worte kaum mehr als ein Hauch. „Weil
ich dich doch liebe...“
Lucy sackte nun vollkommen in sich
zusammen und riss Natsu dabei mit herunter. Er landete auf dem
Fußboden, sein Rücken lehnte an der Couch und Lucy krallte sich
immer noch in seine Kleidung, vergrub ihren Kopf in seiner Brust.
Natsu konnte spüren, wie ihre Tränen über ihr Gesicht liefen und
dann auf ihn übergingen, sich langsam ihren Weg nach unten bahnten.
Für einige Minuten herrschte
vollkommene Stille, die nur von einem gelegentlichen Schluchzen Lucys
unterbrochen wurde. Niemand sagte etwas, Lucy wäre wahrscheinlich
nicht einmal dazu in der Lage gewesen. Und Natsu regte sich nicht,
ließ einfach alles über sich ergehen. Erst, als Lucys Tränen
vertrocknet waren, bewegte Natsu sich wieder. Er legte eine Hand auf
ihren Kopf und fuhr ihr über die Haare. Lucy zuckte zusammen, doch
dann entspannte sie sich schnell wieder. Langsam löste sie ihren
Griff und legte stattdessen die Hände flach auf Natsus Oberkörper.
„Lucy...“, begann er langsam, seine
Stimme nun ein ganz anderer Ton als zuvor. Er klang immer noch ernst,
doch inzwischen war jegliche Wut verflogen und die letzten Reste, die
er noch in sich getragen haben mochte, waren verpufft. „Genau
deswegen hätte ich dich nicht mitnehmen können...“
Lucy sah auf, die Augen vom Weinen
gerötet. Natsu lächelte sanft und nahm dann die Hand von ihrem
Kopf, führte sie an ihre Wange, um ihr die Spuren der Tränen so gut
es geht wegzuwischen.
„Ich wollte, dass du in Sicherheit
bist. Und ich wusste, dass du das hier sein wirst. Auch wenn ich
nicht da bin, mit der Gilde bist du nie allein.“
Nachdem er alle Tränen so gut es ging
weggewischt hatte, nahm er ihre Hand und streichelte sanft über das
Gildensymbol. „Außerdem sind wir doch immer verbunden, egal, wie
weit wir auch getrennt sein mögen. Hiermit...“ Er lehnte sich
langsam nach vorne, schloss die Augen – und küsste sie. Lucy war
zuerst auch überrascht, doch auch sie schloss die Augen und gab sich
dem Kuss einfach nur hin. Als Natsu ihn wieder beendete, öffnete sie
die Augen nur langsam, als hoffte sie, dass dieser Moment so noch ein
bisschen länger andauern würde. „Und damit.“

Hach... mein lieber Inu...
AntwortenLöschenmit einer NaLu FF hast du mich doch tatsächlich zum Weinen gebracht... (und das passiert mir?! Einem waschechten und unsterblichen GaLe-Fan?! ^-^)
Die Handlung ist, als hätte sie aus dem Manga selbst stammen können. Genau so und nicht anders! Perfekt!
Lucys Einsamkeit... wie all ihre Freunde irgendwann nach und nach zurückkehren... Natsus Rückkehr und sein Auftritt in ihrer Wohnung. Der Kuchen! Gott das mit dem Kuchen war sowas von genial!
Und auch wie Lucy darauf reagiert empfinde ich so als wäre es dem Original entnommen worden. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen Mashima schreibt seit neuem deutsche FFs über NaLu. ^-^
Ich bin eigentlich kein NaLu anhänger weil mich dieses Pairing noch nie so richtig gefesselt hat... aber in deiner FF hier liebe ich sie.
Ich freue mich mehr von dir zu lesen und um zu deinem Kommentar von ganz oben "Ich war in der Zeit nicht ganz untätig, aber ich habe nichts geschrieben, von dem ich überzeugt genug wäre, um es hier hochzuladen." sage ich nur: Bitte! Schick es wenigstens mir wenn du es schon nicht hier hochladest! *heul*
Deine Rave
Ach du, du bist viel zu gut zu mir! So viel Lob habe ich doch nun wirklich nicht verdient *rot wird*
LöschenDer Manga hat ja nun einige meiner Ideen bestätigt und andere auch wieder zunichte gemacht, aber ich glaube, im Großen und Ganzen habe ich Mashimas Intentionen doch gut hinbekommen. Wer weiß, vielleicht bin ich ja in Wahrheit Mashima und weiß es selbst nicht... hihi x)
Und freut mich wirklich, wenn es dir gefällt und du sogar ein paar Tränen vergossen hast! Der Gedanken musste einfach raus und ich würde mich freuen, wenn du vielleicht auch eine kleine Geschichte dazu schreibst, was du glaubst, was GaLe in dem einen Jahr gemacht haben :3
Vielen Dank für deine lieben Worte! *verbeug*
Dein Inu
Das Lob ist berechtigt. ^-^
LöschenUiuiui... du ahnst gar nicht wie viele Ideen ich zu diesem "GaLe ein Jahr allein" Thema schon hätte... *uff* Mal sehen ob ich in der Lage bin irgendetwas davon umzusetzen. Ich kenne das ja immerhin wenn Gedanken einfach raus müssen. ^-^
War mir eine Ehre diese wunderschöne Geschichte zu lesen,
deine Rave