Länge: 1.396 Wörter
Genre: One Shot, Fluff
Serie: Fairy Tail
Pairing: Gajeel Redfox X Levy McGarden
Ich melde mich wieder mit einem neuen One Shot! Und schon wieder zu Fairy Tail und, wie könnte es anders sein, zu Gajeel und Levy! (Inzwischen haben sie wohl ganz klar den ersten Platz bei meinen Pairings eingenommen, wenn man sich allein mal die Anzahl der FFs über sie auf diesem Blog hier anschaut... tut mir leid, NaLu!)
Dieser One Shot ist in einem Battle mit White entstanden, wer also ihren (verdammt gut geschriebenen) Part des Battles zum Thema "Was das OTP nach einer bestimmten Szene im Anime/Manga getan hat" lesen will, der muss einfach nur hier vorbei schauen.
„Aaah... meine Füße tun weh...“
Levy hatte ihre Schuhe ausgezogen und
rieb mit der Hand über ihre Füße, die vom vielen Tanzen schon
beinahe taub waren. Immerhin half die kühle Brise ein wenig dabei,
ihre Füße etwas abzukühlen.
„Was soll ich denn sagen, Winzling?
Du bist mir doch dauernd auf die Füße getreten!“, raunte Gajeel,
der gerade mit zwei Krügen aus der Gilde wiederkam. Er stellte den
einen so ruckartig neben Levy auf der Bank ab, dass etwas von dem
Inhalt überschwappte und beinahe Levys Kleid getroffen hätte.
„T-tut mir ja leid... ich bin darin
eben nicht so gut...“, gab Levy bedrückt zurück, als würde sie
nicht gerne daran denken wollen, wie die Tanzübungen für sie
verlaufen sind.
„Aber Gajeel...“, fuhr sie dann
fort und ihr Unterton verhieß nichts Gutes. Gajeel konnte diesen
Ton... so sprach sie nur, wenn sich einen Plan ausgeheckt hatte. Er
schluckte hörbar, stellte seinen Krug vorsichtshalber zur Seite und
sah sie beinahe eingeschüchtert an. (Was er selbst natürlich nie
zugeben würde. Er war immerhin Kurogane! Nicht irgendjemand! Und
schon gar niemand, der sich so einfach von einem Winzling
einschüchtern ließ!)
Levy hatte natürlich sofort erkannt,
dass Gajeel ihren Unterton wahrgenommen hatte. Sie grinste
schelmisch, stand auf, überbrückte mit zwei schnellen Schritten die
Distanz zwischen ihnen und blieb so nah vor Gajeel stehen, dass es
fast schon unangenehm nah war. Dann stellte sie sich auf die
Zehenspitzen und sah Gajeel direkt in die Augen. Der beugte sich
zurück, machte dabei einen krummen Rücken, als versuchte er, ihr so
gut es geht auszuweichen, ohne sich von der Stelle zu bewegen.
„Woher kannst du denn
eigentlich so gut tanzen, hmm?“ Sie betonte das letzte Wort
besonders stark, wie ein kleines Kind, dass unbedingt eine Antwort
verlangte.
Gajeel zuckte zusammen, wandte den Kopf
ab und kratzte sich unbewusst am Hinterkopf. Es war wahrlich ein Bild
für die Götter: Der großgewachsene Dragon Slayer, ein Magier, der
im ganzen Land für seine Brutalität gefürchtet war, dessen Muskeln
allein schon einige Frauen in Ohnmacht fallen ließen, verhielt sich
nun dieser kleinen Magierin gegenüber, die selbst auf Zehenspitzen
und mit gerümpfter Nase nicht einmal ansatzweise an seine Größe
heranreichte, wie ein kleiner Junge, der bei etwas ertappt wurde, was
auf keinen Fall jemand erfahren durfte.
Doch Levy wollte sich diese Gelegenheit
nicht entgehen lassen. Sie waren gerade alleine, die anderen waren
schon aufgebrochen oder im Inneren des Gildengebäudes – wer konnte
schon sagen, wann sich ihr noch einmal die Chance bot, dass sie
Gajeel in so eine Ecke treiben konnte? Jetzt würde sie ihm
heimzahlen, dass er sie immer einen Winzling nennt! Das wäre doch
gelacht!
„Hast du etwa...“, sie führte
betont theatralisch eine Hand vor den Mund, um größtmögliche
Empörung vorzugaukeln, „Tanzen gelernt, um eine Frau zu bezirzen?“
Gajeel fiel bei dieser Aussage
rücklings auf den Boden, weil er damit nun gar nicht gerechnet
hatte. Er rieb sich einen Moment lang kurz das schmerzende
Hinterteil, bis er bemerkte, dass Levy keine Zeit hatte verstreichen
lassen und nun in die Hocke gegangen war, vor ihm kniete und ihn
immer noch fragend ansah.
Er schüttelte wild den Kopf, als hätte
er das Gefühl, dass hier sofort Klarheit geschaffen werden müsste,
wenn es nicht komplett aus dem Ruder geraten sollte: „Natürlich
nicht, Dummkopf! Als würde ich mich wegen einer Frau so zum Idioten
machen...“
In Gedanken fügte er noch hinzu:
„Auch, wenn ich mir vorkomme, als würde ich genau das im Moment
tun...“
Levy grinste, konnte sich ihr Lachen
aber nur noch schwer verkneifen. Sie wusste natürlich, dass es keine
Frau gab, die Gajeel so beeindrucken wollen würde. Immerhin war sie
doch die einzige Frau, mit der er längere Zeit verbrachte und warum
sollte er sie beeindrucken wollen? Allerdings machte es ihr zu viel
Spaß, ihn ausnahmsweise mal so angreifbar zu sehen. Sie hatte
scheinbar einen wunden Punkt getroffen, denn Gajeel war hochrot
angelaufen und rang immer noch um Worte.
„Ein bisschen geht noch...“, dachte
sie und fügte dann, nun auch für Gajeel hörbar, hinzu: „Ooh, wie
schade aber auch. Und warum kannst du dann so gut tanzen? Sag bloß,
bei einem Drachen lernt man auch Ballett?“
Jetzt schien Levy zu weit gegangen zu
sein, denn Gajeel stand auf, klopfte sich den Dreck von der Kleidung
und ging, ohne noch ein Wort zu sagen. Levy wollte ihm erst hinterher
eilen, merkte aber, dass sie es übertrieben hatte. Sie war so darauf
versessen gewesen, dass sie ausnahmsweise mal die Überhand hatte,
dass sie gar nicht drauf geachtet hatte, dass ihre Spielereien auch
seine Gefühle verletzen könnten...
Sie setzte sich wieder auf die Bank,
zog sich ihre Schuhe an und nahm dann den Krug, den Gajeel ihr vorher
hingestellt hatte. Sie hatte sich nicht einmal dafür bedankt... Erst
seufzte sie schwer, dann nahm sie einen kleinen Schluck von der
inzwischen warm gewordenen Flüssigkeit.
Gerade noch rechtzeitig sah sie etwas
Schwarzes auf sich zukommen und konnte den Krug zur Seite stellen und
sich ducken, sodass das schwarze Etwas über ihr hinweg sauste und
gegen einen Baum hinter ihr knallte. Erschrocken sprang Levy auf und
drehte sich um, um zu erkennen, was da auf sie zugeflogen war... und
musste mit Schrecken feststellen, dass es kein was,
sondern ein wer gewesen ist!
„Lily! Oh Gott, geht es dir gut?“
Sie eilte sofort zu dem kleinen Exceed,
der ein wenig benommen wirkte und von einem Bein auf das andere
taumelte. Er hatte sich jedoch recht schnell wieder gefangen und
lehnte deswegen ab, als Levy anbot, Wendy suchen zu gehen.
„Alles in Ordnung... bis auf die
Kopfschmerzen... dummer Gajeel...“ Den letzten Part fügte er ganz
leise hinzu, mehr zu sich selbst als zu Levy, die auch zu besorgt
war, um das Flüstern verstehen zu können. Sie nahm ihn auf den Arm
und blickte in die Richtung, aus der Lily gekommen war. Für einen
Moment glaubte sie, dort jemanden erkennen zu können, doch im
nächsten Augenblick konnte sie niemanden mehr am Horizont sehen.
„Levy, Gajeel hat mich geworf--“,
er unterbrach sich selbst, als sie ihm wieder ihre Aufmerksamkeit
schenkte, „geschickt, weil ich dir etwas sagen soll.“
Mit einem freundlichen „Lässt du
mich bitte runter“ wurde er auf dem Boden abgesetzt und war wenige
Augenblicke später auf seine volle Größe angewachsen. Für Levy
war es immer wieder ein bewundernswerter Anblick, wie so eine kleine
Katze zu so einem stattlichen Krieger werden konnte. Manchmal, wenn
sie Lily auf dem Arm hatte, vergaß sie, dass er eigentlich einmal
ein Hauptmann der Armee von Edolas war...
Lily räusperte sich und wenn Levy es
nicht besser gewusst hätte, dann hätte sie geglaubt, dass er rot
angelaufen wäre.
„Ich soll dir von Gajeel sagen, dass
er nur tanzen kann, weil ich mit ihm ein Trainingsprogramm
durchgenommen habe, dass wir in Edolas hatten! Du musst wissen, dass
tanzen eine hervorragende Art ist, den Körper zu stählen und ihn
flexibel zu halten!“
Vollkommen unvermittelt begann er zu
tanzen. Levy wusste nicht recht, wie ihr geschieht – tanzte da
gerade wirklich dieser riesige Katzenmann vor ihr? War ihr Getränk
vielleicht durch die Hitze schlecht geworden und sie hatte nun
Wahnvorstellungen? Nein, das war es alles nicht... Lily tanzte
wirklich. Eher unbeholfen hüpfte er wie eine Ballerina von einem
Bein auf das andere und machte hier und da mal eine Pirouette, deren
Form nicht ganz perfekt war... aber er tanzte.
Es dauerte nur wenige Minuten an, dann
nahm er wieder seine kleine Form an, wandte Levy den Rücken zu und
murmelte mit verschränkten Armen: „Du siehst also... Gajeel hat
tanzen gelernt, um ein noch besserer Kämpfer zu werden. Das ist die
Wahrheit.“
Levy zögerte einen Moment, dann bückte
sie sich, tätschelte Lily kurz über den Kopf und lief dann an ihm
vorbei, in die Richtung, in die Gajeel eben verschwunden war. Im
Laufen drehte sie sich noch einmal um und rief dann Lily zu: „Danke,
dass du mir das erklärt hast, Lily! Ich werd' mich sofort bei Gajeel
entschuldigen!“
Lily hob den rechten Arm und winkte ihr
kurz hinterher, bevor sie aus seinem Blickfeld verschwunden war. Dann
seufzte der Exceed nur tief, fuhr sich einmal kurz über die Beule an
seinem Kopf und zuckte dann schmerzerfüllt zusammen.
„Dummer Gajeel...“, wiederholte er
seine geflüsterten Worte von vorhin, nur dieses Mal deutlich lauter,
„Du hättest ihr auch einfach sagen können, dass du mal mit ihr
tanzen wolltest, statt mich dazu zu zwingen, mich so zum Affen zu
machen...“

Ich fand diesen OS einfach witzig und spritzig. Hat mir sehr gut gefallen!!
AntwortenLöschenDer arme Lily, wird da von Gajeel gleich durch die Luft geworfen. Hihi...