Montag, 14. Juli 2014

Namenloser Oneshot

Dieser Oneshot, der leider keinen Namen hat, entstand bei einem Battle mit meiner guten Freundin White. Das Thema war "Das OTP im Regen", also werden Gajeel und Levy ein wenig nass.

Fanart von rusky boz
Wenn ihr die Gelegenheit bekommt, auch Whites Part des Battles zu lesen, dann lege ich euch das wärmstens ans Herz. Er ist nämlich einfach nur wunderschön! Und das Pairing Hisui x Arcadios braucht eh noch mehr Fans =P

Edit: Wie es der Zufall und es ist total der Zufall und garantiert hab ich damit nichts zu tun so will, hat White sich jetzt auch einen Story-Blog erstellt! Ihr könnt also ihren Teil des Battles nun hier in voller Pracht lesen! Nehmt die Chance wahr, es lohnt sich!




„Hier! Pass zu mir!“

„Ich steh frei! Pass zu mir!“

„Mama, ich möchte noch ein Eis!“

„Noch eins? Aber du hattest doch vorhin erst eins. Heute Abend gibt es dein Lieblingsessen, also sei nicht so gierig.“

„Na gut...“

Levy saß auf einer Bank im Park und hatte die Augen geschlossen. Sie lauschte einfach nur den Geräuschen um sie herum, schnappte Gesprächsfetzen der Leute auf, die ihrem Alltag nachgingen. Es war herrlich, wie friedlich es doch auch sein konnte. Keine Angriffe auf die Gilde, keine Zerstörung und keine lauten Feiern. So viel Spaß Levy dabei auch immer hatte, so gern genoss sie es doch auch, ihre Ruhe zu haben.

Die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut und das Zwitschern der Vögel machten es ihr schwer, nicht in eine wohlige Glückseligkeit zu verfallen. Sie hatte gerade das Buch, das sie sich mitgenommen hatte, beendet. Eine spannende Geschichte über einen Seefahrer, der verunglückt und auf einer einsamen Insel strandet, aber sich dort mit den Einheimischen anfreundet und von ihrer Kultur lernt. All diese Bilder, die ihre Fantasie beim Lesen gezeichnet hatte, verschwanden nun eines nach dem Anderen aus ihrem Kopf.

Wie der tapfere Seefahrer wieder in seine Heimat zurückkehrte und dort von seinen Erlebnissen und den Geschehnissen auf der Insel berichtete.

Wie er auf der Insel einen neuen Freund fand, der ihm der beste Freund seines Lebens werden sollte.

Wie er auf der Insel gestrandet war und stundenlang um Hilfe rief, bis seine Kehle heiser und seine Tränen vertrocknet waren.

Wie sein Schiff in den Fluten der Meere unterging und er sich nur mit Müh und Not aus den Trümmern retten und an das Ufer gelangen konnte.

Wie er zu seiner Reise...

Wie er...

Wie...

Ihre Gedanken waren nun vollkommen abgedriftet, jeder Versuch, sich noch weiter auf die Geschichte zu konzentrieren, scheiterte. Die Müdigkeit breitete sich über ihren gesamten Körper aus, zog nicht nur ihre Augenlider herunter, sondern machte ihre Gliedmaßen immer schwerer. Langsam aber sicher konnte sie nicht mehr dagegen ankämpfen. Also gab sie den Kampf auf, ließ ihren Feind gewinnen und die Kontrolle über sich gewinnen. Noch ein letzter Blick durch halb geöffnete Augen, eine dunkle Wolke am Horizont.

Eine dunkle Wolke? Zog etwa ein Sturm auf? Ach... was sollte schon passieren. Sie würde ja nur für ein paar Minuten die Augen schließen...

Levy stand an Bord einer alten Karavelle. Das Holz unter ihren Füßen knartschte und ächzte mit jedem Schritt, den sie machte. Das große Hauptsegel war zerrissen, ein Teil hing noch am Mast, war aber dem starken Wind nicht mehr gewachsen, der andere flatterte wie wild umher, peitschte vom Regen durchnässt gegen das Holz des Mastes und verwickelte sich in seinen eigenen Seilen. Es sah aus wie ein Kampf gegen eine Würgeschlange, nicht zu gewinnen, der Tod gewiss.

Die Wellen schleuderten das Schiff umher, immer wieder schwappten sie über und setzten das Deck unter Wasser. Die Ladung war längst verloren, das, was noch übrig war, rutschte über das feuchte Holz und zerbarst, wenn es auf einen Widerstand traf. Das Klirren der Ankerkette verband sich mit dem verbitterten Kampf des Segels zu einem schaurigen Konzert, der Wind und die Wellen waren der Gesang der Musen, der das Schiff mitsamt seiner Besatzung zu sich in die Tiefen des Meeres locken wollte.

Doch so einfach würde sich Levy nicht geschlagen geben. Sie war nicht zur See gefahren, um auf dem Grund dieser zu landen!

Wagemutig zog sie ihren Säbel und zertrennte das Seil, das die letzten Reste der Ladung sichern sollte. Was sollte sie mit all diesen Dingen anfangen, wenn sie dadurch nur noch eher auf dem Meeresboden wandeln durfte? Über Bord damit! Davy Jones würde sich über jedes Opfer freuen, das ihm an einem solchen Tag gebracht wurde!

Die nächste riesige Welle ergriff das Schiff. Levy konnte sich nicht auf den Füßen halten, sie stolperte und stieß sich ihren Kopf an einer der Kisten. Taumelnd versuchte sie, ihr Gleichgewicht wiederzugewinnen, doch vergebens. Die nächste Welle folgte schneller als die vorherigen, der Sturm wurde immer schlimmer. Das Schiff hatte keine Chance gegen die Gewalten von Mutter Natur.

Ein unfassbar lautes Krächzen, dann Stille. Einen Moment lang dachte Levy, dass alles vorbei wäre. Dass dieser Sturm ihr eine Lehre, aber nicht ihr Ende sein sollte.

Sie dachte falsch.

Das Schiff brach entzwei, der Rumpf war zu sehr vom Sturm beschädigt worden. Levy wurde über Bord geschleudert, konnte sich für einen Moment noch an der Ankerkette festhalten. Ihre Zeit schien stillzustehen, sie nahm jeden einzelnen Eindruck gesondert auf.

Wassertropfen, die auf das Metall der Kette prasselten.

Eine wohlige Wärme, die von der Seite ihres Kopfes ausging. Sie musste sich bei ihrem vorherigen Sturz stärker verletzt haben, als sie geglaubt hatte, denn ihr rann warmes Blut das Gesicht herunter.

Der Sirenengesang des Meeres, der nun immer lauter wurde, immer näher an sie heranzukommen schien. Es waren keine sanften Töne mehr, die sie in die Tiefe locken wollten, es war ein dumpfer, unterdrückter Gesang, der fast klang, als würde er nach ihr rufen.

„...ne...“

Was war das?
Was riefen sie da?

„...eine...“

Das war noch nicht alles... sie musste wissen, was sie riefen. Irgendetwas in ihr verlangte, dass sie das erfuhr. Sie musste es einfach wissen. Und es gab nur einen Weg, um es herauszufinden: Dem Gesang zu folgen und Eins mit dem Meer zu werden.

Levy ließ die Kette los und fiel dem Meer entgegen. Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit. Sagte man nicht, dass in so einer Situation das Leben an einem vorbeizieht? Levy sah nur den Sturm um sich herum und das Schiff, das nun auch dem Ruf des Meeres folgte und langsam in den Wellen verschwand.

Sie holte tief Luft und schloss die Augen.

Vielleicht war bald alles vorbei.
Vielleicht war das das eigentliche Ziel ihrer Reise.

Als Levy auf dem Wasser aufschlug, das kalte Nass auf ihrer Haut spürte, riss sie die Augen wieder auf und schreckte hoch.

„Kleine! Na endlich bist du wach!“

Verwirrt sah Levy sich um. Wo war sie? War sie nicht eben noch ins Meer gefallen? Jetzt war sie hier, in Magnolia, im Stadtpark und...

„Alles okay? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen.“

Gajeel.

Er beugte sich über sie, nasse Haare fielen ihm ins Gesicht. Levy brauchte einen Moment, um richtig wach zu werden. Sie lag auf der Bank, auf der sie vorher gesessen hatte. Ihr Kopf lag auf Gajeels Beinen, ihr Oberkörper war von Gajeels Jacke bedeckt. Diese war außen zwar nass, innen aber angenehm war. Und sie roch nach ihm...

Erst jetzt merkte sie, dass es in Strömen regnete. Aber warum war sie dann nicht nass? Bis auf die paar Tropfen, die auf sie getropft waren, als Gajeel sich über sie gebeugt hatte, war sie trocken. Sie schaute nach oben, an Gajeels Kopf vorbei. Da sah sie es: Er hatte seinen Arm zu einem Schirm aus Stahl geformt, mit dem er sie beide vor dem Regen schützte. Um Levy trocken zu halten, nahm er es jedoch auf sich, von der Seite nass geregnet zu werden. Das erklärte dann auch seine nassen Haare...

„Was ist los? Bekomm ich auch noch mal eine Antwort?“, raunte der Dragonslayer ungeduldig. Er hatte seinen üblichen, grimmigen Gesichtsausdruck aufgesetzt, aber Levy hatte inzwischen gelernt, aus seiner Stimme seine wahren Gefühle zu lesen.

Dann erinnerte sie sich noch einmal an ihren Traum. Die Regentropfen auf dem Metall. Die Wärme an ihrem Gesicht. Die Stimme, die sie zum Ziel ihrer Reise führen wollte.

Das alles war Gajeel.

Levy richtet sich auf, strich dem verwunderten Gajeel die Haare aus dem Gesicht und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Gajeel war so perplex, dass er keine Worte fand und nicht den roten Schimmer verbergen konnte, der nun sein Gesicht eroberte.

„Danke, Gajeel.“

7 Kommentare:

  1. ^-^ In der Kürze, liegt die Würze
    Perfekt!
    Gajeel mit Regenschirm... Levy auf einem Piratenschiff... rrrr. diesen Traum hätte man ruhig noch weiter spinnen können.
    Fluffiges Ende, Einfach Top!
    Ich hoffe ja mehr von dieser Art hier demnächst dann noch zu finden.
    Deine Rave

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    1. Auf jeden Fall wird es davon noch mehr geben! One Shots liegen mir zur Zeit, da kannst du dich also noch auf weitere freuen =D

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  2. Super, ich lese sehr gerne Fanfiktions und eig. mag ich so kurze Sachen nicht doch dieser Oneshot ist so süß den find ich wirklich gut!

    P.S bedank dich bei Rave dank ihr bin ich auf deinen Blog gestoßen. ^^

    Deine Sasi

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    1. Freut mich, dass es dir gefallen hat, auch wenn du sonst keine kurzen Geschichten magst! Das spricht ja für mich oder zumindest für die Geschichte, oder nicht? =D

      Und Rave wird mit Dank überschüttet, da kannst du dir sicher sein!

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    2. Ohja... ich bin förmlich überflutet worden und fast dabei ertrunken... was für meine Leserschaft nicht ganz so ideal gewesen wäre. ^-^ *zwinker*

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  3. Ein toller OS mit einem süßen Ende. Hat mir gut gefallen.

    Lg Sira :-)

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    1. Danke für den lieben Kommentar! Freut mich, wenn es dir gefallen hat =)

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