![]() |
| Fanart von rusky boz |
Edit: Wie es der Zufall
„Hier! Pass zu mir!“
„Ich steh frei! Pass zu mir!“
„Mama, ich möchte noch ein Eis!“
„Ich steh frei! Pass zu mir!“
„Mama, ich möchte noch ein Eis!“
„Noch eins? Aber du hattest doch
vorhin erst eins. Heute Abend gibt es dein Lieblingsessen, also sei
nicht so gierig.“
„Na gut...“
„Na gut...“
Levy saß auf einer Bank im Park und
hatte die Augen geschlossen. Sie lauschte einfach nur den Geräuschen
um sie herum, schnappte Gesprächsfetzen der Leute auf, die ihrem
Alltag nachgingen. Es war herrlich, wie friedlich es doch auch sein
konnte. Keine Angriffe auf die Gilde, keine Zerstörung und keine
lauten Feiern. So viel Spaß Levy dabei auch immer hatte, so gern
genoss sie es doch auch, ihre Ruhe zu haben.
Die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut und
das Zwitschern der Vögel machten es ihr schwer, nicht in eine
wohlige Glückseligkeit zu verfallen. Sie hatte gerade das Buch, das
sie sich mitgenommen hatte, beendet. Eine spannende Geschichte über
einen Seefahrer, der verunglückt und auf einer einsamen Insel
strandet, aber sich dort mit den Einheimischen anfreundet und von
ihrer Kultur lernt. All diese Bilder, die ihre Fantasie beim Lesen
gezeichnet hatte, verschwanden nun eines nach dem Anderen aus ihrem
Kopf.
Wie der tapfere Seefahrer wieder in
seine Heimat zurückkehrte und dort von seinen Erlebnissen und den
Geschehnissen auf der Insel berichtete.
Wie er auf der Insel einen neuen Freund
fand, der ihm der beste Freund seines Lebens werden sollte.
Wie er auf der Insel gestrandet war und
stundenlang um Hilfe rief, bis seine Kehle heiser und seine Tränen
vertrocknet waren.
Wie sein Schiff in den Fluten der Meere
unterging und er sich nur mit Müh und Not aus den Trümmern retten
und an das Ufer gelangen konnte.
Wie er zu seiner Reise...
Wie er...
Wie...
Ihre Gedanken waren nun vollkommen
abgedriftet, jeder Versuch, sich noch weiter auf die Geschichte zu
konzentrieren, scheiterte. Die Müdigkeit breitete sich über ihren
gesamten Körper aus, zog nicht nur ihre Augenlider herunter, sondern
machte ihre Gliedmaßen immer schwerer. Langsam aber sicher konnte
sie nicht mehr dagegen ankämpfen. Also gab sie den Kampf auf, ließ
ihren Feind gewinnen und die Kontrolle über sich gewinnen. Noch ein
letzter Blick durch halb geöffnete Augen, eine dunkle Wolke am
Horizont.
Eine dunkle Wolke? Zog etwa ein Sturm
auf? Ach... was sollte schon passieren. Sie würde ja nur für ein
paar Minuten die Augen schließen...
Levy stand an Bord einer alten
Karavelle. Das Holz unter ihren Füßen knartschte und ächzte mit
jedem Schritt, den sie machte. Das große Hauptsegel war zerrissen,
ein Teil hing noch am Mast, war aber dem starken Wind nicht mehr
gewachsen, der andere flatterte wie wild umher, peitschte vom Regen
durchnässt gegen das Holz des Mastes und verwickelte sich in seinen
eigenen Seilen. Es sah aus wie ein Kampf gegen eine Würgeschlange,
nicht zu gewinnen, der Tod gewiss.
Die Wellen schleuderten das Schiff
umher, immer wieder schwappten sie über und setzten das Deck unter
Wasser. Die Ladung war längst verloren, das, was noch übrig war,
rutschte über das feuchte Holz und zerbarst, wenn es auf einen
Widerstand traf. Das Klirren der Ankerkette verband sich mit dem
verbitterten Kampf des Segels zu einem schaurigen Konzert, der Wind
und die Wellen waren der Gesang der Musen, der das Schiff mitsamt
seiner Besatzung zu sich in die Tiefen des Meeres locken wollte.
Doch so einfach würde sich Levy nicht
geschlagen geben. Sie war nicht zur See gefahren, um auf dem Grund
dieser zu landen!
Wagemutig zog sie ihren Säbel und
zertrennte das Seil, das die letzten Reste der Ladung sichern sollte.
Was sollte sie mit all diesen Dingen anfangen, wenn sie dadurch nur
noch eher auf dem Meeresboden wandeln durfte? Über Bord damit! Davy
Jones würde sich über jedes Opfer freuen, das ihm an einem solchen
Tag gebracht wurde!
Die nächste riesige Welle ergriff das
Schiff. Levy konnte sich nicht auf den Füßen halten, sie stolperte
und stieß sich ihren Kopf an einer der Kisten. Taumelnd versuchte
sie, ihr Gleichgewicht wiederzugewinnen, doch vergebens. Die nächste
Welle folgte schneller als die vorherigen, der Sturm wurde immer
schlimmer. Das Schiff hatte keine Chance gegen die Gewalten von
Mutter Natur.
Ein unfassbar lautes Krächzen, dann
Stille. Einen Moment lang dachte Levy, dass alles vorbei wäre. Dass
dieser Sturm ihr eine Lehre, aber nicht ihr Ende sein sollte.
Sie dachte falsch.
Das Schiff brach entzwei, der Rumpf war
zu sehr vom Sturm beschädigt worden. Levy wurde über Bord
geschleudert, konnte sich für einen Moment noch an der Ankerkette
festhalten. Ihre Zeit schien stillzustehen, sie nahm jeden einzelnen
Eindruck gesondert auf.
Wassertropfen, die auf das Metall der
Kette prasselten.
Eine wohlige Wärme, die von der Seite
ihres Kopfes ausging. Sie musste sich bei ihrem vorherigen Sturz
stärker verletzt haben, als sie geglaubt hatte, denn ihr rann warmes
Blut das Gesicht herunter.
Der Sirenengesang des Meeres, der nun
immer lauter wurde, immer näher an sie heranzukommen schien. Es
waren keine sanften Töne mehr, die sie in die Tiefe locken wollten,
es war ein dumpfer, unterdrückter Gesang, der fast klang, als würde
er nach ihr rufen.
„...ne...“
Was war das?
Was riefen sie da?
„...eine...“
„...eine...“
Das war noch nicht alles... sie musste
wissen, was sie riefen. Irgendetwas in ihr verlangte, dass sie das
erfuhr. Sie musste es einfach wissen. Und es gab nur einen Weg, um es
herauszufinden: Dem Gesang zu folgen und Eins mit dem Meer zu werden.
Levy ließ die Kette los und fiel dem
Meer entgegen. Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit. Sagte man nicht,
dass in so einer Situation das Leben an einem vorbeizieht? Levy sah
nur den Sturm um sich herum und das Schiff, das nun auch dem Ruf des
Meeres folgte und langsam in den Wellen verschwand.
Sie holte tief Luft und schloss die
Augen.
Vielleicht war bald alles vorbei.
Vielleicht war das das eigentliche Ziel
ihrer Reise.
Als Levy auf dem Wasser aufschlug, das
kalte Nass auf ihrer Haut spürte, riss sie die Augen wieder auf und
schreckte hoch.
„Kleine! Na endlich bist du wach!“
Verwirrt sah Levy sich um. Wo war sie?
War sie nicht eben noch ins Meer gefallen? Jetzt war sie hier, in
Magnolia, im Stadtpark und...
„Alles okay? Du siehst aus, als
hättest du einen Geist gesehen.“
Gajeel.
Gajeel.
Er beugte sich über sie, nasse Haare
fielen ihm ins Gesicht. Levy brauchte einen Moment, um richtig wach
zu werden. Sie lag auf der Bank, auf der sie vorher gesessen hatte.
Ihr Kopf lag auf Gajeels Beinen, ihr Oberkörper war von Gajeels
Jacke bedeckt. Diese war außen zwar nass, innen aber angenehm war.
Und sie roch nach ihm...
Erst jetzt merkte sie, dass es in
Strömen regnete. Aber warum war sie dann nicht nass? Bis auf die
paar Tropfen, die auf sie getropft waren, als Gajeel sich über sie
gebeugt hatte, war sie trocken. Sie schaute nach oben, an Gajeels
Kopf vorbei. Da sah sie es: Er hatte seinen Arm zu einem Schirm aus
Stahl geformt, mit dem er sie beide vor dem Regen schützte. Um Levy
trocken zu halten, nahm er es jedoch auf sich, von der Seite nass
geregnet zu werden. Das erklärte dann auch seine nassen Haare...
„Was ist los? Bekomm ich auch noch
mal eine Antwort?“, raunte der Dragonslayer ungeduldig. Er hatte
seinen üblichen, grimmigen Gesichtsausdruck aufgesetzt, aber Levy
hatte inzwischen gelernt, aus seiner Stimme seine wahren
Gefühle zu lesen.
Dann erinnerte sie sich noch einmal an
ihren Traum. Die Regentropfen auf dem Metall. Die Wärme an ihrem
Gesicht. Die Stimme, die sie zum Ziel ihrer Reise führen wollte.
Das alles war Gajeel.
Levy richtet sich auf, strich dem
verwunderten Gajeel die Haare aus dem Gesicht und gab ihm einen Kuss
auf die Wange. Gajeel war so perplex, dass er keine Worte fand und
nicht den roten Schimmer verbergen konnte, der nun sein Gesicht
eroberte.
„Danke, Gajeel.“

^-^ In der Kürze, liegt die Würze
AntwortenLöschenPerfekt!
Gajeel mit Regenschirm... Levy auf einem Piratenschiff... rrrr. diesen Traum hätte man ruhig noch weiter spinnen können.
Fluffiges Ende, Einfach Top!
Ich hoffe ja mehr von dieser Art hier demnächst dann noch zu finden.
Deine Rave
Auf jeden Fall wird es davon noch mehr geben! One Shots liegen mir zur Zeit, da kannst du dich also noch auf weitere freuen =D
LöschenSuper, ich lese sehr gerne Fanfiktions und eig. mag ich so kurze Sachen nicht doch dieser Oneshot ist so süß den find ich wirklich gut!
AntwortenLöschenP.S bedank dich bei Rave dank ihr bin ich auf deinen Blog gestoßen. ^^
Deine Sasi
Freut mich, dass es dir gefallen hat, auch wenn du sonst keine kurzen Geschichten magst! Das spricht ja für mich oder zumindest für die Geschichte, oder nicht? =D
LöschenUnd Rave wird mit Dank überschüttet, da kannst du dir sicher sein!
Ohja... ich bin förmlich überflutet worden und fast dabei ertrunken... was für meine Leserschaft nicht ganz so ideal gewesen wäre. ^-^ *zwinker*
LöschenEin toller OS mit einem süßen Ende. Hat mir gut gefallen.
AntwortenLöschenLg Sira :-)
Danke für den lieben Kommentar! Freut mich, wenn es dir gefallen hat =)
Löschen