Montag, 14. Juli 2014

From now on

Eine etwas ältere Geschichte, die auf dem Headcanon basiert, dass die Dragon Slayer das Verschwinden ihrer Drachen nicht so gut verarbeitet haben, wie es im Manga manchmal den Anschein hat. Gajeel ist wahrscheinlich vielen Lesern etwas zu OOC, aber es ist eben nicht einfach, ihn noch IC darzustellen, wenn er im Manga nur selten seine verletztliche Seite zeigt... aber ihr solltet euch einfach selbst ein Bild machen.

Fanart von eqqlo



„Gajeel! Gajeel! Aah, wo ist er nur schon wieder hin?“

Levy stapfte wütend durch das Gildengebäude. Dank ihrer geringen Körpergröße sah es mehr danach aus, als würde ein wild gewordener Dackel sich seinen Weg nach vorn bahnen. Sie passierte die Bar, als sie ein vertrautes Gesicht bemerkte.

„Lily? Du bist hier! Also ist Gajeel auch in der Nähe?“

Die junge Frau wandte sich an die schwarze Katze, die auf der Theke saß und gerade einen Schluck Kiwisaft trank.

„Tut mir leid, aber ich bin allein hier. Gajeel hat mich gebeten, ihn heute in Ruhe zu lassen.“

„Ihn in Ruhe lassen? Aber warum? Geht es ihm nicht gut?“

Lily leerte sein Glas und drehte sich dann zu Levy um. Er sah ein wenig besorgt aus, seine kleine Stirn lag in Falten.

„Um ehrlich zu sein... Du solltest vielleicht zu ihm gehen. Er könnte dich brauchen.“

Levy verstand nicht so recht, was er meinte, aber sie sah in seinen Augen, dass es ihm wichtig war. Scheinbar ging es Gajeel wirklich nicht gut... Nur warum sollte ausgerechnet sie zu ihm gehen? Was sollte sie schon ausrichten können, wenn sein Exceed-Partner schon unerwünscht war?

Sie ließ diese Gedanken jedoch nicht zu lange in ihrem Kopf herumschwirren, weil sie wusste, dass sie jeder weitere Zweifel nur davon abhalten könnte, loszugehen. Sie hatte oft genug die Gelegenheiten verstreichen lassen, für Gajeel da zu sein. Er konnte es zwar nicht so gut zeigen wie andere, aber sie wusste, sollte sie jemals in Gefahr sein, dann wäre er für sie da. Er hatte ihr schon mehr als einmal das Leben gerettet. Was wäre sie denn nun für eine Freundin, wenn sie nicht bei ihm wäre, wo es ihm nicht gut ging?

Also marschierte sie los, schnellen Schrittes auf dem Weg nach draußen. Lucy, die mit Natsu und Happy gerade das Gebäude betrat, bemerkte sie gar nicht und reagierte deswegen auch nicht, als sie von ihr gegrüßt wurde.

Die Stellarmagierin blieb verwirrt zurück, sah Levy noch einen Moment hinterher.

„Levy-chan...?“, murmelte sie leise, nicht sicher, ob sie Levy folgen sollte, oder nicht.

„Lass sie, Lucy. Es geht um Gajeel.“

Lucy drehte sich um. Es war Jet, der das gesagt hatte. Dieser saß an einem der vielen Tische in der Gilde, hatte einen Bierkrug in der Hand und ließ diesen hin und her schwenken, sodass das Bier beinahe, aber nie wirklich über den Rand des Krugs schwappte. Seine Augen sahen dabei wie durch den Krug hindurch, als würden sie einen Punkt im Raum fixieren, den nur er sehen konnte.

Lucys Gesichtszüge veränderten sich von verwirrt zu traurig. Sie wusste, dass es nur einen Grund für Jets Verhalten gab: ein gebrochenes Herz.

Zu lange hatte er gewartet, Levy seine Gefühle zu gestehen. Ihre Aussage, dass man in einem Team keine Beziehungen führen sollte, haben ihn abgehalten, seine eigene Furcht, von ihr zurückgewiesen zu werden, tat ihr Übriges. Und so vergingen die Jahre, in denen man nebeneinander her lebte. Die Gefühle waren da, doch sie fanden keine Worte, um ausgesprochen zu werden. Und bevor er sich versah, war es zu spät.

So ziemlich jeder in der Gilde wusste - das bedeutet, jeder, der etwas von den Gefühlen anderer versteht – davon, dass Levy mehr für Gajeel empfand als nur Freundschaft. Sie selbst wollte es sich nicht eingestehen, er war zu blind, um es zu bemerken, aber es war so, so offensichtlich.

Nachdem die verschwundenen, ja, totgeglaubten Mitglieder nach sieben Jahren endlich wieder auftauchten, da keimte in Jet für einen Moment ein Hoffnungsschimmer auf. Was, wenn jetzt seine Chance gekommen war? Er war stärker geworden, hatte die billigen Tricks der Vergangenheit abgelegt und war nun ein älterer, klügerer, ja, ein besserer Mann. Was, wenn er nun endlich in der Lage war, Levy zu sagen, was er für sie empfand?

Doch als Levy wieder da war, war seine Hoffnung gebrochen. Nicht ihn umarmte sie, als ihr klar wurde, dass sie sieben Jahre verloren hatten. Nicht an seiner Schulter weinte sie sich aus, als sie nicht wusste, wie sie ihre beste Freundin Lucy konfrontieren sollte, nachdem diese erfahren hatte, dass ihr Vater gestorben war, ohne dass sie sich jemals wieder versöhnt hatten. Nicht seinen Namen rief sie während des Großen Wettkampfs der Magier.

Nicht er war es, den sie liebte.

Es war Gajeel.

Lucy sah ihn traurig an, sah diesen Mann, der gebrochen war, ohne den Kampf je begonnen zu haben. Er hatte so lange gewartet. So viele Jahre geopfert, für einen Traum, der niemals wahr werden sollte.

Die junge Frau gab sich einen Ruck und folgte Natsu, der inzwischen schon vorgegangen war und an der Bar saß, mit Happy ein kleines Festessen veranstaltete, um die gelungene Mission zu feiern.

„Natsu“, begann Lucy vorsichtig, das Gesicht gezeichnet von Schamesröte, „Es gibt da etwas, das ich dir sagen muss...“

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Levy hatte in der Zwischenzeit beinahe den Stadtrand erreicht. Sie war noch nie bei Gajeel Zuhause, wusste nur, wo er wohnt, weil sie Lily einmal geholfen hatte, Gajeel nach einer der üblichen Partys in der Gilde nach Hause zu tragen.

Gajeels Haus, wenn man es denn so nennen konnte, war vielmehr eine heruntergekommene Hütte am Stadtrand. Früher hatte an dieser Stelle mal ein Stahlofen gestanden, weshalb noch einige Überreste davon über den Boden verstreut lagen. Ein umgefallener Schornstein, der von Moos bewachsen war, einige Schrottteile, die ungewöhnlich ordentlich auf einem Haufen lagen – ob Gajeel sie sortiert hatte? War das vielleicht sein persönlicher Snack-Vorrat?

Den Weg hierher war sie gerannt, weshalb sie nun erst einmal nach Luft schnappte. Sie beugte sich nach vorne, stützte sich auf ihren Knien ab und holte tief Luft. Nicht nur, weil ihr Körper nach der Anstrengung nach Luft verlangte... nein, sie hatte auch Angst. Angst, jetzt an diese Tür zu klopfen. Angst, dass Gajeel sie noch weniger sehen wollte als Lily und sie gleich wieder verscheuchen würde.

Levy schüttelte energisch den Kopf.

„Nein! Wenn er mich wegschickt, dann... dann ist das eben so! Aber ich muss doch wenigstens versuchen, ihm zu helfen!“

Mit diesem Gedanken im Kopf, der sie antrieb, überwand sie die letzten Meter zwischen sich und der Tür und klopfte an.

Ein Klopfen. Keine Reaktion.

Zwei Mal klopfen. Immer noch keine Reaktion.

Als sie das dritte Mal klopfte, gab die Tür unter ihrer Hand nach und öffnete sich einen Spalt. Levy schreckte erst zurück, biss sich dann aber auf die Unterlippe und öffnete die Tür weiter, um einen Blick ins Innere zu riskieren.

In der Hütte war es dunkel, alle Vorhänge, die aussahen, als wären es alte Kleidungsstücke und dreckige Lumpen, waren zugezogen. Nur eine einzelne Kerze brannte auf dem Tisch, der mitten im Raum stand. Erst konnte Levy nicht erkennen, was hinter der Kerze war... doch als es sich ein wenig bewegte, wusste sie, dass Gajeel dort saß.

„Gajeel...? Bist du das?“, fragte sie vorsichtig, ging einen Schritt in die Hütte hinein.

„Mach die Tür zu“, kam grob zurück. Eine Stimme, die keine Widerworte zuließ.

Levy schloss die Tür hinter sich, blieb aber erst noch im Eingang stehen. Ihre Hände zitterten ein wenig, es machte ihr Angst, dass Gajeel hier vollkommen im Dunkeln saß, nur von einer Kerze beleuchtet.

„Was machst du hier?“ Wieder dieser Stimmlage. Es war ernst, bestimmt, aber... irgendwie auch leidend.

„Ich... ich hab dich in der Gilde gesucht und du warst nicht da. Also hab ich Lily gefragt, wo du bist und er meinte, dir geht es nicht gut...“

Stille. Bis auf das gelegentliche Zwitschern der Vögel von außerhalb und das leise, kaum hörbare Flackern der Flamme innerhalb gab es kein Geräusch. Levy wurde von der Stille fast erdrückt, ihr Herzschlag pochte in ihrer Kehle und sie glaubte, bald keine Luft mehr zu kriegen, so sehr wie ihr Herz ihr die Luft abschnitt.

„Der verdammte Kater kann einfach nicht den Mund halten. Ich hab ihm doch gesagt, dass ich heute niemanden sehen will.“

Gajeel durchbrach die Stille, nur um wieder für eine neue Stille zu sorgen. Levy traute sich nicht, etwas zu sagen, Gajeel schien es nicht für nötig zu halten, den ersten Schritt zu gehen. Und so blieben sie beide an Ort und Stelle, Gajeel im fahlen Licht der Kerze, Levy mit dem Rücken an der Tür, unsicher, wie sie reagieren sollte.

So vergingen einige Minuten, die sich für Levy wie Stunden anfühlten. Sie schaffte es, ihren Herzschlag zu beruhigen, doch fühlte es sich immer noch an, als würde ihr jemand die Luft abschnüren. Warum nur fühlte sie sich hier so unwohl? Was war los, dass sie sich auf einmal in Gajeels Gegenwart fürchtete?

Ein starker Windstoß wehte die Vorhänge hoch und blies die Kerze aus. Für den kurzen Moment, in dem der Stoff im Wind wehte und das Sonnenlicht es schaffte, seinen Weg in die Hütte zu finden, konnte Levy einen klaren Blick auf Gajeel erhaschen.

Er saß dort, in sich zusammengefallen wie ein nasser Sack, das Gesicht blutverschmiert und die Augen tränenunterlaufen, von so einer Traurigkeit geprägt, wie Levy sie bei ihm noch nie gesehen hatte. Sie schnappte nach Luft, presste sich ihre Hände vor den Mund, um nicht in ihrem Schock zu schreien.

Der Wind legte sich wieder und die Vorhänge fielen wieder glatt nach unten. Die Kerze war aus, der Sonnenschein ausgesperrt, sodass es in dem Raum komplett finster war.

Doch Levy hatte genug gesehen. Sie fuhr mit ihren Fingern durch die Luft, Spuren magischer Energie folgten der Bewegung und kaum hatte sie das Wort „LAMP“ beendet, erschien eine Öllampe in der Luft, die sie auffing und auf den Tisch stellte, während sie einen Satz nach vorne machte und auf Knien neben Gajeel landete. Die Lampe wackelte noch etwas, so ruckartig hatte Levy sie abgestellt, weshalb der Lichtschein immer wieder andere Schatten warf, bevor die Lampe zum Stehen kam und Gajeel und Levy beleuchtete.

„Gajeel... was ist nur mit dir geschehen? Warum blutest du so?“

Jetzt standen auch Levy Tränen in den Augen. Sie kramte in der Tasche ihres Sommerkleids nach einem Taschentuch, hatte eins gefunden, doch ihre Hände zitterten so sehr, dass es zu Boden fiel. Als sie es aufheben wollte, berührte Gajeel mit seiner Hand die ihre und bedeutete ihr, sich zu beruhigen.

„Es geht mir gut. Ich... habe mir nur selbst ein neues Piercing eingesetzt.“

Er zeigte auf den Metallstab, der in seiner Nase steckte und dort die Reihe fortsetzte, die ihn schon immer markant gekennzeichnet hatte. Allerdings sah es so aus, als wäre der Stab mit Gewalt durch die Haut getrieben worden, denn überall war Blut, das ganze Gesicht war verschmiert. Die Blutung schien inzwischen gestoppt zu haben, aber dennoch sah es aus, als wäre er in einen schrecklichen Kampf verwickelt gewesen...

„Warum tust du dir sowas an? Und warum im Dunkeln?“

Levys Stimme brach fast unter ihren Tränen, sie konnte sich selbst nicht mehr zurückhalten und musste einfach ihrer Trauer und Sorge freien Lauf lassen.

„Gajeel... warum machst du mir solche Sorgen?“

Der Größere sah sie für einen Moment verwundert an, als könnte er nicht fassen, dass sie sich um ihn sorgte, bevor ein trauriges Lächeln seine Lippen umspielte.

„Heute... ist mein Geburtstag.“

Levy schreckte hoch, sah ihn verwirrt an. Sein Geburtstag? Das wusste sie gar nicht... aber sie hatte ihn auch nie danach gefragt, wann er Geburtstag hatte. Doch was hatte das mit all dem hier zu tun?

Bevor sie diese Frage aussprechen konnte, beantwortete Gajeel sie bereits selbst: „Jedes Jahr an meinem Geburtstag verpasse ich mir selbst ein neues Piercing... um mich zu erinnern...“

„Erinnern...?“

Gajeel hielt inne, das Lächeln wich einem traurigen Blick, der Levy beinahe das Herz gebrochen hätte.

„Erinnern... an Metallicana.“

Das war alles, was Levy brauchte, um zu verstehen. Metallicana... Der Drache, der Gajeel wie einen eigenen Sohn aufgezogen hatte und der ihn dann verlassen hatte, ohne ein Wort zu sagen. Gajeel sprach nie über sie, aber Levy wusste, wie groß der Schmerz sein musste. Jahrelang hatte sie zusehen müssen, wie Natsu, jedes Jahr aufs Neue, am 7. Juli die Gilde verließ und erst einige Tage später zurückkehrte. Nicht einmal Happy durfte ihn in dieser Zeit begleiten. Und scheinbar hatte Gajeel ein ähnliches Ritual...

„Ich weiß nicht, wie alt ich heute geworden bin. Ich weiß nicht einmal, ob das mein richtiger Geburtstag ist... aber das ist der Tag, an dem Metallicana mich gefunden hat und den wir seitdem immer als meinen Geburtstag gefeiert haben...“

Gajeel redete einfach, obwohl Levy nichts gesagt hatte. Scheinbar brauchte er jemanden, dem er all das erzählen konnte. Levy war erstaunt, dass er so offen sprach, wo er in all der Zeit noch nie etwas über seine Vergangenheit erzählt hatte. Doch sie sagte nichts, hörte einfach nur zu und war an seiner Seite.

„Das ist jetzt der achte Geburtstag ohne sie... ich habe mit den Piercings in den Ohren angefangen. Im ersten Jahr waren es drei links. Im zweiten Jahr drei rechts. Dann kam das Jahr darauf das erste Piercing unter der Lippe dazu... irgendwann habe ich sogar angefangen, das zu mögen. Erst war es nur schmerzhaft, aber mit der Zeit erinnerte mich der heiße Stahl, der unter die Haut ging, daran, wie sich Metallicana anfühlte... und ich fühlte mich ihr für einen Augenblick wieder nahe... und richtig lebendig...“

Seine Stimme brach bei den letzten Worten, Tränen rollten seine Wangen hinunter. Levy hob ihre Hand, zögerte kurz und wartete ab, ob Gajeel sie wieder aufhalten würde. Als er das nicht tat, legte sie ihre zarte Hand auf seine Wange und strich die Tränen weg, verwischte dabei auch ein wenig das Blut, das noch nicht ganz eingetrocknet war.

„Gajeel...“, flüsterte sie, für andere kaum hörbar, aber für sie beide laut genug.

„Ich... ich kann nicht verstehen, wie du dich fühlst. Ich hab meine Eltern verloren, als ich noch zu klein war, um mich überhaupt an sie zu erinnern. Da ich keine anderen Verwandten hatte, bin ich in der Gilde aufgewachsen. Der Meister und die anderen sind meine Familie und immer für mich da, also weiß ich nicht, wie es dir gerade gehen muss...“

Sie hob auch ihre andere Hand an, wischte damit die Tränen auf seiner anderen Wange ab. Sie hielt nun sein Gesicht in ihren Händen, sah ihn direkt an und lächelte sanft.

„Aber ich bin mir sicher, dass Metallicana nicht gewollt hätte, dass du dir wehtust, nur um dich an sie zu erinnern. Es gibt sicher auch andere Wege, dass du dich ihr wieder nahe fühlen kannst...“

Sie lehnte ihren Kopf nach vorne, berührte mit ihrer Stirn seine Brust. Gajeel sagte nichts, hielt still und wartete ab.

„Ich kann deinen Herzschlag hören... und ich kann fühlen, wie warm du bist... du brauchst nicht die Erinnerung an Metallicana oder die Schmerzen, damit du weißt, dass du lebst. Du lebst! Du bist hier! Das allein würde sie sicher mehr freuen als jedes Piercing oder jeder Gedanke, den du in ihrem Namen hast!“

Levy hob ihren Kopf wieder, sah Gajeel erneut in die Augen. Ihre Blicke trafen sich und sie glaubte, in seinen Augen etwas zu sehen, was sie vorher noch nicht dort gesehen hatte. Oder hatte sie sich immer nur eingeredet, dass sie es nicht sehen konnte? Wollte sie es vielleicht nicht sehen? Doch jetzt... jetzt sah sie es deutlich. Das waren die Augen des Mannes, an den sie ihr Herz verloren hatte.

Vorsichtig richtete sie sich auf, sein Gesicht immer noch in ihren Händen. Als sie auf seiner Höhe war, schloss sie die Augen und näherte sich seinem Gesicht. Als sich ihre Lippen berührten, durchfuhr ihren Körper ein wohliger Schauer. Sekunden, die sich wie Minuten anfühlten, Minuten, die so wunderschön waren, dass sie zu einer Ewigkeit werden könnten, vergingen, bevor sich ihre Lippen wieder von einander lösten und sie ihre Augen wieder öffnete.

Gajeel hatte seine Augen einen Moment länger geschlossen als sie und als er sie öffnete, blickte er in das erwartungsvolle, knallrote Gesicht von Levy. Dieser Anblick, wie sie im schummrigen Licht einer Öllampe vor ihm kniete, die Augen rot vom Weinen und selbst so rot, als hätte man ihren Kopf in Farbe getunkt, war so bizarr, dass er nicht anders konnte, als zu lachen.

Levy sah ihn geschockt an, hatte nun mit allem gerechnet, dass er sie anschreit, dass er sie verscheucht, dass er gar nichts sagt – aber mit Lachen? Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Sie wedelte wie wild mit den Armen herum, als wollte sie sich hinter diesem Chaos verstecken, doch es sah vielmehr nach der missglückten Einlage eines Zirkusclowns aus.

„Du hast recht...“, murmelte Gajeel nun, legte sanft seine Hände auf ihre Arme und beendete so das unwirkliche Schauspiel.

„Hö?“, brachte Levy nur hervor, jetzt komplett verwirrt.

„Es sind so viele Jahre vergangen... jetzt ist es wohl so weit, dass ich aufhören sollte, in der Vergangenheit zu leben.“

Er zog Levy an sich, die von dieser Geste vollkommen überrumpelt war und nicht wusste, wie ihr geschieht, als Gajeel sie umarmte und an sich drückte. Ihr Kopf lehnte wieder an seiner Brust, wo sie deutlich seinen Herzschlag hören konnte.

„Von heute an werde ich aufhören, mich selbst zu bestrafen. Immerhin habe ich jetzt auch etwas Neues, für das es sich zu kämpfen lohnt...“

Levy sah zu ihm hinauf, in sein lächelndes Gesicht, aus dem zwei funkelnde Augen hervor stachen, die so lebensfroh waren, wie sie es bei ihm nie zuvor gesehen hatte. Ihr eigener Herzschlag wurde noch schneller, sie glaubte, dass ihr Herz im nächsten Moment aus ihrer Brust springen würde.

„Und was ist das?“, fragte sie vorsichtig, nuschelte dabei halb in seine Brust hinein.

Gajeel gab ihr erst eine sanfte Kopfnuss und hob dann ihr Kinn an, um sie erneut zu küssen.

„Du natürlich, du Idiot. Aber sag dem Salamander nie, dass ich so etwas Schnulziges gesagt habe.“

Levy kicherte und meinte nur schnippisch, bevor sie Gajeel wieder küsste: „Keine Sorge. Das wird dann unser erstes gemeinsames Geheimnis.“

4 Kommentare:

  1. Hach... das ist so gefühlvoll... alles zusammen.
    Gajeel finde ich ein kleinwenig OoC aber dafür hast du Levy umso besser getroffen. Aber wer weiß? Vielleicht ist Gajeel ja wirklich so in so einem Moment? Das kann keiner wissen und davon abgesehen... wer weiß wie ich ihn immer darstelle... *drop*
    Eine wundervolle Idee die man gelesen haben muss!
    Deine Rave

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    1. Ach, nun mach dich nicht selbst runter, du stellst die beiden schon immer sehr authentisch dar! Ich denke, das sieht man selbst ja sowieso immer härter als es jeder Leser tun könnte =P

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  2. Oh wie süß.
    Ganz toll geschrieben und ich muss mich Rave anschließen
    so OoC ist Gajeel glaube ich gar nicht.
    Levy hast du ganz toll getroffen :-)

    Ich freue mich auf mehr
    Schönes Wochenende
    Kokari

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    1. Hehe, scheinbar kann ich Levy wohl einfach besser darstellen, wenn ihr zwei euch da schon einig seid? Danke auf jeden Fall für deinen Kommentar! =)

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