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| Fanart von eqqlo |
„Gajeel! Gajeel! Aah, wo ist er nur
schon wieder hin?“
Levy stapfte wütend durch das
Gildengebäude. Dank ihrer geringen Körpergröße sah es mehr danach
aus, als würde ein wild gewordener Dackel sich seinen Weg nach vorn
bahnen. Sie passierte die Bar, als sie ein vertrautes Gesicht
bemerkte.
„Lily? Du bist hier! Also ist Gajeel auch in der Nähe?“
Die junge Frau wandte sich an die
schwarze Katze, die auf der Theke saß und gerade einen Schluck
Kiwisaft trank.
„Tut mir leid, aber ich bin allein
hier. Gajeel hat mich gebeten, ihn heute in Ruhe zu lassen.“
„Ihn in Ruhe lassen? Aber warum? Geht
es ihm nicht gut?“
Lily leerte sein Glas und drehte sich
dann zu Levy um. Er sah ein wenig besorgt aus, seine kleine Stirn lag
in Falten.
„Um ehrlich zu sein... Du solltest
vielleicht zu ihm gehen. Er könnte dich brauchen.“
Levy verstand nicht so recht, was er
meinte, aber sie sah in seinen Augen, dass es ihm wichtig war.
Scheinbar ging es Gajeel wirklich nicht gut... Nur warum sollte
ausgerechnet sie zu ihm gehen? Was sollte sie schon ausrichten
können, wenn sein Exceed-Partner schon unerwünscht war?
Sie ließ diese Gedanken jedoch nicht
zu lange in ihrem Kopf herumschwirren, weil sie wusste, dass sie
jeder weitere Zweifel nur davon abhalten könnte, loszugehen. Sie
hatte oft genug die Gelegenheiten verstreichen lassen, für Gajeel da
zu sein. Er konnte es zwar nicht so gut zeigen wie andere, aber sie
wusste, sollte sie jemals in Gefahr sein, dann wäre er für sie da.
Er hatte ihr schon mehr als einmal das Leben gerettet. Was wäre sie
denn nun für eine Freundin, wenn sie nicht bei ihm wäre, wo es ihm
nicht gut ging?
Also marschierte sie los, schnellen
Schrittes auf dem Weg nach draußen. Lucy, die mit Natsu und Happy
gerade das Gebäude betrat, bemerkte sie gar nicht und reagierte
deswegen auch nicht, als sie von ihr gegrüßt wurde.
Die Stellarmagierin blieb verwirrt
zurück, sah Levy noch einen Moment hinterher.
„Levy-chan...?“, murmelte sie
leise, nicht sicher, ob sie Levy folgen sollte, oder nicht.
„Lass sie, Lucy. Es geht um Gajeel.“
Lucy drehte sich um. Es war Jet, der
das gesagt hatte. Dieser saß an einem der vielen Tische in der
Gilde, hatte einen Bierkrug in der Hand und ließ diesen hin und her
schwenken, sodass das Bier beinahe, aber nie wirklich über den Rand
des Krugs schwappte. Seine Augen sahen dabei wie durch den Krug
hindurch, als würden sie einen Punkt im Raum fixieren, den nur er
sehen konnte.
Lucys Gesichtszüge veränderten sich
von verwirrt zu traurig. Sie wusste, dass es nur einen Grund für
Jets Verhalten gab: ein gebrochenes Herz.
Zu lange hatte er gewartet, Levy seine
Gefühle zu gestehen. Ihre Aussage, dass man in einem Team keine
Beziehungen führen sollte, haben ihn abgehalten, seine eigene
Furcht, von ihr zurückgewiesen zu werden, tat ihr Übriges. Und so
vergingen die Jahre, in denen man nebeneinander her lebte. Die
Gefühle waren da, doch sie fanden keine Worte, um ausgesprochen zu
werden. Und bevor er sich versah, war es zu spät.
So ziemlich jeder in der Gilde wusste -
das bedeutet, jeder, der etwas von den Gefühlen anderer versteht –
davon, dass Levy mehr für Gajeel empfand als nur Freundschaft. Sie
selbst wollte es sich nicht eingestehen, er war zu blind, um es zu
bemerken, aber es war so, so offensichtlich.
Nachdem die verschwundenen, ja,
totgeglaubten Mitglieder nach sieben Jahren endlich wieder
auftauchten, da keimte in Jet für einen Moment ein Hoffnungsschimmer
auf. Was, wenn jetzt seine Chance gekommen war? Er war stärker
geworden, hatte die billigen Tricks der Vergangenheit abgelegt und
war nun ein älterer, klügerer, ja, ein besserer Mann. Was, wenn er
nun endlich in der Lage war, Levy zu sagen, was er für sie empfand?
Doch als Levy wieder da war, war seine
Hoffnung gebrochen. Nicht ihn umarmte sie, als ihr klar wurde, dass
sie sieben Jahre verloren hatten. Nicht an seiner Schulter weinte sie
sich aus, als sie nicht wusste, wie sie ihre beste Freundin Lucy
konfrontieren sollte, nachdem diese erfahren hatte, dass ihr Vater
gestorben war, ohne dass sie sich jemals wieder versöhnt hatten.
Nicht seinen Namen rief sie während des Großen Wettkampfs der
Magier.
Nicht er war es, den sie liebte.
Es war Gajeel.
Lucy sah ihn traurig an, sah diesen
Mann, der gebrochen war, ohne den Kampf je begonnen zu haben. Er
hatte so lange gewartet. So viele Jahre geopfert, für einen Traum,
der niemals wahr werden sollte.
Die junge Frau gab sich einen Ruck und
folgte Natsu, der inzwischen schon vorgegangen war und an der Bar
saß, mit Happy ein kleines Festessen veranstaltete, um die gelungene
Mission zu feiern.
„Natsu“, begann Lucy vorsichtig,
das Gesicht gezeichnet von Schamesröte, „Es gibt da etwas, das ich
dir sagen muss...“
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Levy hatte in der Zwischenzeit beinahe
den Stadtrand erreicht. Sie war noch nie bei Gajeel Zuhause, wusste
nur, wo er wohnt, weil sie Lily einmal geholfen hatte, Gajeel nach
einer der üblichen Partys in der Gilde nach Hause zu tragen.
Gajeels Haus, wenn man es denn so
nennen konnte, war vielmehr eine heruntergekommene Hütte am
Stadtrand. Früher hatte an dieser Stelle mal ein Stahlofen
gestanden, weshalb noch einige Überreste davon über den Boden
verstreut lagen. Ein umgefallener Schornstein, der von Moos bewachsen
war, einige Schrottteile, die ungewöhnlich ordentlich auf einem
Haufen lagen – ob Gajeel sie sortiert hatte? War das vielleicht
sein persönlicher Snack-Vorrat?
Den Weg hierher war sie gerannt,
weshalb sie nun erst einmal nach Luft schnappte. Sie beugte sich nach
vorne, stützte sich auf ihren Knien ab und holte tief Luft. Nicht
nur, weil ihr Körper nach der Anstrengung nach Luft verlangte...
nein, sie hatte auch Angst. Angst, jetzt an diese Tür zu klopfen.
Angst, dass Gajeel sie noch weniger sehen wollte als Lily und sie
gleich wieder verscheuchen würde.
Levy schüttelte energisch den Kopf.
„Nein! Wenn er mich wegschickt,
dann... dann ist das eben so! Aber ich muss doch wenigstens
versuchen, ihm zu helfen!“
Mit diesem Gedanken im Kopf, der sie
antrieb, überwand sie die letzten Meter zwischen sich und der Tür
und klopfte an.
Ein Klopfen. Keine Reaktion.
Zwei Mal klopfen. Immer noch keine
Reaktion.
Als sie das dritte Mal klopfte, gab die
Tür unter ihrer Hand nach und öffnete sich einen Spalt. Levy
schreckte erst zurück, biss sich dann aber auf die Unterlippe und
öffnete die Tür weiter, um einen Blick ins Innere zu riskieren.
In der Hütte war es dunkel, alle
Vorhänge, die aussahen, als wären es alte Kleidungsstücke und
dreckige Lumpen, waren zugezogen. Nur eine einzelne Kerze brannte auf
dem Tisch, der mitten im Raum stand. Erst konnte Levy nicht erkennen,
was hinter der Kerze war... doch als es sich ein wenig bewegte,
wusste sie, dass Gajeel dort saß.
„Gajeel...? Bist du das?“, fragte
sie vorsichtig, ging einen Schritt in die Hütte hinein.
„Mach die Tür zu“, kam grob
zurück. Eine Stimme, die keine Widerworte zuließ.
Levy schloss die Tür hinter sich,
blieb aber erst noch im Eingang stehen. Ihre Hände zitterten ein
wenig, es machte ihr Angst, dass Gajeel hier vollkommen im Dunkeln
saß, nur von einer Kerze beleuchtet.
„Was machst du hier?“ Wieder dieser
Stimmlage. Es war ernst, bestimmt, aber... irgendwie auch leidend.
„Ich... ich hab dich in der Gilde
gesucht und du warst nicht da. Also hab ich Lily gefragt, wo du bist
und er meinte, dir geht es nicht gut...“
Stille. Bis auf das gelegentliche
Zwitschern der Vögel von außerhalb und das leise, kaum hörbare
Flackern der Flamme innerhalb gab es kein Geräusch. Levy wurde von
der Stille fast erdrückt, ihr Herzschlag pochte in ihrer Kehle und
sie glaubte, bald keine Luft mehr zu kriegen, so sehr wie ihr Herz
ihr die Luft abschnitt.
„Der verdammte Kater kann einfach
nicht den Mund halten. Ich hab ihm doch gesagt, dass ich heute
niemanden sehen will.“
Gajeel durchbrach die Stille, nur um
wieder für eine neue Stille zu sorgen. Levy traute sich nicht, etwas
zu sagen, Gajeel schien es nicht für nötig zu halten, den ersten
Schritt zu gehen. Und so blieben sie beide an Ort und Stelle, Gajeel
im fahlen Licht der Kerze, Levy mit dem Rücken an der Tür,
unsicher, wie sie reagieren sollte.
So vergingen einige Minuten, die sich
für Levy wie Stunden anfühlten. Sie schaffte es, ihren Herzschlag
zu beruhigen, doch fühlte es sich immer noch an, als würde ihr
jemand die Luft abschnüren. Warum nur fühlte sie sich hier so
unwohl? Was war los, dass sie sich auf einmal in Gajeels Gegenwart
fürchtete?
Ein starker Windstoß wehte die
Vorhänge hoch und blies die Kerze aus. Für den kurzen Moment, in
dem der Stoff im Wind wehte und das Sonnenlicht es schaffte, seinen
Weg in die Hütte zu finden, konnte Levy einen klaren Blick auf
Gajeel erhaschen.
Er saß dort, in sich zusammengefallen
wie ein nasser Sack, das Gesicht blutverschmiert und die Augen
tränenunterlaufen, von so einer Traurigkeit geprägt, wie Levy sie
bei ihm noch nie gesehen hatte. Sie schnappte nach Luft, presste sich
ihre Hände vor den Mund, um nicht in ihrem Schock zu schreien.
Der Wind legte sich wieder und die
Vorhänge fielen wieder glatt nach unten. Die Kerze war aus, der
Sonnenschein ausgesperrt, sodass es in dem Raum komplett finster war.
Doch Levy hatte genug gesehen. Sie fuhr
mit ihren Fingern durch die Luft, Spuren magischer Energie folgten
der Bewegung und kaum hatte sie das Wort „LAMP“ beendet, erschien
eine Öllampe in der Luft, die sie auffing und auf den Tisch stellte,
während sie einen Satz nach vorne machte und auf Knien neben Gajeel
landete. Die Lampe wackelte noch etwas, so ruckartig hatte Levy sie
abgestellt, weshalb der Lichtschein immer wieder andere Schatten
warf, bevor die Lampe zum Stehen kam und Gajeel und Levy beleuchtete.
„Gajeel... was ist nur mit dir
geschehen? Warum blutest du so?“
Jetzt standen auch Levy Tränen in den
Augen. Sie kramte in der Tasche ihres Sommerkleids nach einem
Taschentuch, hatte eins gefunden, doch ihre Hände zitterten so sehr,
dass es zu Boden fiel. Als sie es aufheben wollte, berührte Gajeel
mit seiner Hand die ihre und bedeutete ihr, sich zu beruhigen.
„Es geht mir gut. Ich... habe mir nur
selbst ein neues Piercing eingesetzt.“
Er zeigte auf den Metallstab, der in
seiner Nase steckte und dort die Reihe fortsetzte, die ihn schon
immer markant gekennzeichnet hatte. Allerdings sah es so aus, als
wäre der Stab mit Gewalt durch die Haut getrieben worden, denn
überall war Blut, das ganze Gesicht war verschmiert. Die Blutung
schien inzwischen gestoppt zu haben, aber dennoch sah es aus, als
wäre er in einen schrecklichen Kampf verwickelt gewesen...
„Warum tust du dir sowas an? Und
warum im Dunkeln?“
Levys Stimme brach fast unter ihren
Tränen, sie konnte sich selbst nicht mehr zurückhalten und musste
einfach ihrer Trauer und Sorge freien Lauf lassen.
„Gajeel... warum machst du mir solche Sorgen?“
Der Größere sah sie für einen Moment
verwundert an, als könnte er nicht fassen, dass sie sich um ihn
sorgte, bevor ein trauriges Lächeln seine Lippen umspielte.
„Heute... ist mein Geburtstag.“
Levy schreckte hoch, sah ihn verwirrt
an. Sein Geburtstag? Das wusste sie gar nicht... aber sie hatte ihn
auch nie danach gefragt, wann er Geburtstag hatte. Doch was hatte das
mit all dem hier zu tun?
Bevor sie diese Frage aussprechen
konnte, beantwortete Gajeel sie bereits selbst: „Jedes Jahr an
meinem Geburtstag verpasse ich mir selbst ein neues Piercing... um
mich zu erinnern...“
„Erinnern...?“
Gajeel hielt inne, das Lächeln wich
einem traurigen Blick, der Levy beinahe das Herz gebrochen hätte.
„Erinnern... an Metallicana.“
Das war alles, was Levy brauchte, um zu
verstehen. Metallicana... Der Drache, der Gajeel wie einen eigenen
Sohn aufgezogen hatte und der ihn dann verlassen hatte, ohne ein Wort
zu sagen. Gajeel sprach nie über sie, aber Levy wusste, wie groß
der Schmerz sein musste. Jahrelang hatte sie zusehen müssen, wie
Natsu, jedes Jahr aufs Neue, am 7. Juli die Gilde verließ und erst
einige Tage später zurückkehrte. Nicht einmal Happy durfte ihn in
dieser Zeit begleiten. Und scheinbar hatte Gajeel ein ähnliches
Ritual...
„Ich weiß nicht, wie alt ich heute
geworden bin. Ich weiß nicht einmal, ob das mein richtiger
Geburtstag ist... aber das ist der Tag, an dem Metallicana mich
gefunden hat und den wir seitdem immer als meinen Geburtstag gefeiert
haben...“
Gajeel redete einfach, obwohl Levy
nichts gesagt hatte. Scheinbar brauchte er jemanden, dem er all das
erzählen konnte. Levy war erstaunt, dass er so offen sprach, wo er
in all der Zeit noch nie etwas über seine Vergangenheit erzählt
hatte. Doch sie sagte nichts, hörte einfach nur zu und war an seiner
Seite.
„Das ist jetzt der achte Geburtstag
ohne sie... ich habe mit den Piercings in den Ohren angefangen. Im
ersten Jahr waren es drei links. Im zweiten Jahr drei rechts. Dann
kam das Jahr darauf das erste Piercing unter der Lippe dazu...
irgendwann habe ich sogar angefangen, das zu mögen. Erst war es nur
schmerzhaft, aber mit der Zeit erinnerte mich der heiße Stahl, der
unter die Haut ging, daran, wie sich Metallicana anfühlte... und ich
fühlte mich ihr für einen Augenblick wieder nahe... und richtig
lebendig...“
Seine Stimme brach bei den letzten
Worten, Tränen rollten seine Wangen hinunter. Levy hob ihre Hand,
zögerte kurz und wartete ab, ob Gajeel sie wieder aufhalten würde.
Als er das nicht tat, legte sie ihre zarte Hand auf seine Wange und
strich die Tränen weg, verwischte dabei auch ein wenig das Blut, das
noch nicht ganz eingetrocknet war.
„Gajeel...“, flüsterte sie, für
andere kaum hörbar, aber für sie beide laut genug.
„Ich... ich kann nicht verstehen, wie
du dich fühlst. Ich hab meine Eltern verloren, als ich noch zu klein
war, um mich überhaupt an sie zu erinnern. Da ich keine anderen
Verwandten hatte, bin ich in der Gilde aufgewachsen. Der Meister und
die anderen sind meine Familie und immer für mich da, also weiß ich
nicht, wie es dir gerade gehen muss...“
Sie hob auch ihre andere Hand an,
wischte damit die Tränen auf seiner anderen Wange ab. Sie hielt nun
sein Gesicht in ihren Händen, sah ihn direkt an und lächelte sanft.
„Aber ich bin mir sicher, dass
Metallicana nicht gewollt hätte, dass du dir wehtust, nur um dich an
sie zu erinnern. Es gibt sicher auch andere Wege, dass du dich ihr
wieder nahe fühlen kannst...“
Sie lehnte ihren Kopf nach vorne,
berührte mit ihrer Stirn seine Brust. Gajeel sagte nichts, hielt
still und wartete ab.
„Ich kann deinen Herzschlag hören...
und ich kann fühlen, wie warm du bist... du brauchst nicht die
Erinnerung an Metallicana oder die Schmerzen, damit du weißt, dass
du lebst. Du lebst! Du bist hier! Das allein würde sie sicher mehr
freuen als jedes Piercing oder jeder Gedanke, den du in ihrem Namen
hast!“
Levy hob ihren Kopf wieder, sah Gajeel
erneut in die Augen. Ihre Blicke trafen sich und sie glaubte, in
seinen Augen etwas zu sehen, was sie vorher noch nicht dort gesehen
hatte. Oder hatte sie sich immer nur eingeredet, dass sie es nicht
sehen konnte? Wollte sie es vielleicht nicht sehen? Doch jetzt...
jetzt sah sie es deutlich. Das waren die Augen des Mannes, an den sie
ihr Herz verloren hatte.
Vorsichtig richtete sie sich auf, sein
Gesicht immer noch in ihren Händen. Als sie auf seiner Höhe war,
schloss sie die Augen und näherte sich seinem Gesicht. Als sich ihre
Lippen berührten, durchfuhr ihren Körper ein wohliger Schauer.
Sekunden, die sich wie Minuten anfühlten, Minuten, die so
wunderschön waren, dass sie zu einer Ewigkeit werden könnten,
vergingen, bevor sich ihre Lippen wieder von einander lösten und sie
ihre Augen wieder öffnete.
Gajeel hatte seine Augen einen Moment
länger geschlossen als sie und als er sie öffnete, blickte er in
das erwartungsvolle, knallrote Gesicht von Levy. Dieser Anblick, wie
sie im schummrigen Licht einer Öllampe vor ihm kniete, die Augen rot
vom Weinen und selbst so rot, als hätte man ihren Kopf in Farbe
getunkt, war so bizarr, dass er nicht anders konnte, als zu lachen.
Levy sah ihn geschockt an, hatte nun
mit allem gerechnet, dass er sie anschreit, dass er sie verscheucht,
dass er gar nichts sagt – aber mit Lachen? Damit hatte sie nun
wirklich nicht gerechnet. Sie wedelte wie wild mit den Armen herum,
als wollte sie sich hinter diesem Chaos verstecken, doch es sah
vielmehr nach der missglückten Einlage eines Zirkusclowns aus.
„Du hast recht...“, murmelte Gajeel
nun, legte sanft seine Hände auf ihre Arme und beendete so das
unwirkliche Schauspiel.
„Hö?“, brachte Levy nur hervor,
jetzt komplett verwirrt.
„Es sind so viele Jahre vergangen...
jetzt ist es wohl so weit, dass ich aufhören sollte, in der
Vergangenheit zu leben.“
Er zog Levy an sich, die von dieser
Geste vollkommen überrumpelt war und nicht wusste, wie ihr
geschieht, als Gajeel sie umarmte und an sich drückte. Ihr Kopf
lehnte wieder an seiner Brust, wo sie deutlich seinen Herzschlag
hören konnte.
„Von heute an werde ich aufhören,
mich selbst zu bestrafen. Immerhin habe ich jetzt auch etwas Neues,
für das es sich zu kämpfen lohnt...“
Levy sah zu ihm hinauf, in sein
lächelndes Gesicht, aus dem zwei funkelnde Augen hervor stachen, die
so lebensfroh waren, wie sie es bei ihm nie zuvor gesehen hatte. Ihr
eigener Herzschlag wurde noch schneller, sie glaubte, dass ihr Herz
im nächsten Moment aus ihrer Brust springen würde.
„Und was ist das?“, fragte sie
vorsichtig, nuschelte dabei halb in seine Brust hinein.
Gajeel gab ihr erst eine sanfte
Kopfnuss und hob dann ihr Kinn an, um sie erneut zu küssen.
„Du natürlich, du Idiot. Aber sag
dem Salamander nie, dass ich so etwas Schnulziges gesagt habe.“
Levy kicherte und meinte nur
schnippisch, bevor sie Gajeel wieder küsste: „Keine Sorge. Das
wird dann unser erstes gemeinsames Geheimnis.“

Hach... das ist so gefühlvoll... alles zusammen.
AntwortenLöschenGajeel finde ich ein kleinwenig OoC aber dafür hast du Levy umso besser getroffen. Aber wer weiß? Vielleicht ist Gajeel ja wirklich so in so einem Moment? Das kann keiner wissen und davon abgesehen... wer weiß wie ich ihn immer darstelle... *drop*
Eine wundervolle Idee die man gelesen haben muss!
Deine Rave
Ach, nun mach dich nicht selbst runter, du stellst die beiden schon immer sehr authentisch dar! Ich denke, das sieht man selbst ja sowieso immer härter als es jeder Leser tun könnte =P
LöschenOh wie süß.
AntwortenLöschenGanz toll geschrieben und ich muss mich Rave anschließen
so OoC ist Gajeel glaube ich gar nicht.
Levy hast du ganz toll getroffen :-)
Ich freue mich auf mehr
Schönes Wochenende
Kokari
Hehe, scheinbar kann ich Levy wohl einfach besser darstellen, wenn ihr zwei euch da schon einig seid? Danke auf jeden Fall für deinen Kommentar! =)
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